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Meine Laufunterstützer Vor 4500-5000 km habe ich in Wraclaw/Breslau am 2. Mai 2009 meine Sandalen bei Deichmann (Schleichwerbung?!) gekauft. Seitdem bin ich lange mit meinen “Partnern” gelaufen. Durch das viele Laufen, auch barfuß, haben sich meine Füße verändert. Sie sind vorne breiter geworden, wollen sich nicht mehr einsperren lassen in zu enge Schuhe oder Sandalen. Seit letztem Jahr suche ich neue Sandalen, weil die “noch jetzigen” diverse Verschleisserscheinungen zeigen. Bei Deichmann (huch schon wieder Schleichwerbung) gibt es diese Sandalen von der Fa. Gallus nicht mehr. Da hab ich schon alle Filialen in der Schweiz, Östereich und Deutschland durch, egal wo ich vorbeikam. Das ich immer weitergesucht habe, lag daran, dass ich zuerst in der Schweiz eben diese Marke fand, allerdings nicht in meiner Grösse. Das sagt ein Schild an der Donau. Es gilt für die Radfahrer, die den Donauradweg entlangradeln und natürlich viel schneller sind als wir. Wir gehen am 11.5. weiter und ich hoffe, dass ich am 24.5. in Wien eintreffe. Aurelia ist dann nicht mehr dabei. Michael muss für eine Weile unterbrechen, kommt aber evtl. nach Wien. Dann hat sich auch Magdalena um die Zeit angekündigt, die von dort eine ganze Weile mitlaufen möchte. Treffen in Wien Vorschlag: Konkreter: Weitere Ideen: Alles Liebe Liebe Gastgeber, Wir hatten das Vergnügen, schon einige Tiere, die wir nicht jeden Tag oder einfach zu Gesicht bekommen, in der letzten Zeit zu sehen. Freitag Abend, 4. Mai Samstag, 5. Mai Gar nicht viel später entscheiden wir uns, für die große Mühl zu tönen. Wir sehen eine einladende Stelle, jeder sucht sich den für ihn passenden Platz im Fluß und dann verbinden wir uns mit uns selbst, mit einander und dem Fluß. Kraftvoll fand ich’s und einfach schön. Danach trotzen wir dem kalten Wasser und nehmen ein Bad. Ich sterbe fast, denk ich jedenfalls vorher, aber spätestens beim Trocknen in der Sonne am Strand ist es dann doch großartig. Wir haben einen urgemütlichen Stein zum anlehnen und so bleiben wir noch eine ganze Weile und genießen die Sonne und uns, einfach, weil es so schön ist! Und wir tönen auch noch für Aurelia’s Gesundheit. Wieder bin ich bewegt, wie so oft in diesen Tagen, durch die liebevolle Art, in der wir füreinander und alles, was uns umgibt, da sind. Eine weitere schöne Begegnung erwartet uns am Abend: eine uns eben noch fremde Frau gibt uns hungrigen Pilgern großzügig und wie selbstverständlich Essen, während sie ihre freundschaftlichen Kontakte im ganzen Dorf aktiviert, um ein Nachtquartier für uns zu organisieren. So sitzen wir sorglos, mampfen und staunen, wie sich wieder alles von selbst fügt. „Was hat Sie am meisten bewegt?“, fragt Thomas sie. Als Antwort bekommen wir eine bewegende Erzählung von ihrem tatkräftigen Einsatz für ein armes ostpolnisches Altenheim quasi zum Dessert serviert. Danke! Übernachten tun wir schließlich im Matratzenlager eines Wikingerhofes an der Donau. Sonntag, 6. Mai Nach der Meditation ziehen wir weiter und knabbern Kräuter und zarte Frühlingsblätter am Wegesrand zum Frühstück. Doch schon nach wenigen hundert Metern ruft uns jemand zu: „Seid ihr die Pilger?“ und flugs sitzen wir an einem paradiesischen Platz an der Donau am Frühstückstisch. Ein Wunder? Klar, sie war eine Eingeweihte der Quartiersuche vom vergangenen Abend. So viel Gutes und so viel Güte wird uns in diesen Tagen entgegengebracht! Und wieder gibt’s Geschichten. Diesmal von vergangenen Zeiten, wie es sich vor 60 Jahren dort lebte, als die Flußmühle nur durch einen Fußweg zu erreichen war und wie der Vater in der Nazizeit mehr als 100 gekenterte Donaufahrer davor rettete, in den Wasserwalzen der Mühle zermahlen zu werden. In mehrfacher Hinsicht gut gestärkt ziehen wir weiter. Es geht heute immer die Donau entlang. In besonders guter Erinnerung habe ich unser Mittagessen behalten: Wildkräuter und Blätter in Tehina und Olivenöl gebadet. Lauter Sachen, von denen ich noch vor wenigen Tagen nicht geahnt habe, daß man sie essen kann und die doch so lecker sind! Und dann noch der Abend, der sehr bewegend war. Wir hatten das kleine Städtchen Feldkirchen zu unserem Quartiersort erkoren. Nach mehreren vergeblichen Anfragen, u.a. beim Pfarrer, klingeln wir bei einem schönen, großen Haus. Die Besitzer, ein Ehepaar Ende 60, können uns zwar kein Quartier anbieten, aber es entspinnt sich bei Tee und Kuchen ein tiefpersönliches Gespräch. Wir merken alle, wie wichtig es ist, daß wir genau hier geklingelt haben. Natürlich wissen wir nicht, was genau wir bewirken können, aber es tut ihnen so sichtlich gut, daß da mal jemand ist, mit dem sie sich über den spirituellen Lebensweg austauschen können. Wir bleiben wohl länger als eine Stunde. Und es bleibt intensiv. Eine Frau, die uns erst telefonisch eingeladen hat, bei ihr zu übernachten, ruft völlig unvermittelt ganz aufgewühlt und empört an, um uns wieder auszuladen und uns zu beschuldigen. Wir sind etwas ratlos, fragen noch an vielen weiteren Türen, um schließlich einzusehen, daß wir heute Abend doch genau zu ihr müssen, um zu versuchen, ihre Empörung verstehen und hoffentlich auflösen zu können. So klingeln wir schließlich – es ist mittlerweile 21 Uhr – und bitten darum, die Nacht als zahlende Gäste in ihrer Pension verbringen zu dürfen. Sie ist entrüstet: „Nein!“ Es bedarf einiger ganz ruhig-sachlich-liebevoller Erklärungen von Thomas, bevor sie uns schließlich doch einläßt, obwohl sie immer noch mißtrauisch ist und sichtlich große Angst hat. Eigentlich tun wir gar nicht viel. Wir sind einfach nur freundlich und etwas zurückhaltend. Thomas gibt ihr einen Infozettel über das Pilgerprojekt. Im Zimmer finden wir einen Zettel, der uns baff macht: dort hat sie Zitate zu einer idealen Lebensweise, wie sie sie sich vorstellt, zusammengestellt, die genauso klingen, als hätten wir über unsere Ideale geschrieben. Und tatsächlich dürfen wir dann am nächsten Morgen in einem Gespräch nach dem Frühstück noch erleben, wie sie wieder mit uns und sich ins Reine kommt. Als wir schließlich bezahlen wollen, lehnt sie ab und lädt uns ein. Ich bin wirklich froh und auch ein wenig stolz, bei einem solch tollen Projekt mit dabei zu sein! Montag, 7. Mai Nachmittags rasten wir einmal an der Donau und werden im Spiel zu weisen, koandichtenden Zenmeistern! In unserem Nächtigungsort Ottensheim erleben wir wieder einmal die Kraft der Achtsamkeit. Gerade als wir den Marktplatz betreten, beginnen die Kirchenglocken zu läuten und in bewährter Plum Village Manier bleiben wir alle drei stehen und zentrieren uns in unserem Atem. Wir müssen eine ganze Weile so stehenbleiben, denn die Glocken läuten ziemlich lange. Währenddessen ist auf uns gegenüber ein älterer Mann aus dem Hof seines Hauses getreten. Eine Jakobsmuschel prangt über dem Eingang. Und während wir weiter stehen und zu ihm hinblicken, kommt er langsam aber zielstrebig auf uns zu. Obwohl er den Brauch der Achtsamkeitsglocke nicht kennt, hat er uns „erkannt“. Ich bin wieder mal von den Socken! Ein freundschaftliches Gespräch entspinnt sich. Er ist sichtlich enttäuscht, daß er uns leider an diesem Tag kein Quartier anbieten kann, aber wir sind dennoch von dieser Begegnung sehr bereichert. Auf seine Empfehlung hin gehen wir nun schnurstracks zum Pfarrer, der uns zwar auch nicht bei sich unterbringen kann, der aber doch ein großes Herz für Pilger hat und uns eine schöne Privatpension bucht und bezahlt. Danke, Herr Pfarrer! Wir haben schließlich noch superleckere Eierpfannkuchen zum Abendessen. Dienstag, 8. Mai Wir gehen glücklich wieder die Donau entlang, von der Sonne beschienen und vom Leben geliebt, achtsam und in Stille. Und wir naschen wieder von der reichhaltigen Frühlingstafel rund um uns herum. Bevor ich um die Mittagszeit zum Zug muß, um für 2 Tage nach Hause zu fahren, nehmen wir uns noch die Zeit für ein Bad in der Donau. Ist das Leben schön! Danke ihr zwei, für Eure Wärme, Euer Lächeln, Eure Umarmungen! Bis ganz bald, Wir wählen, ein paar Tage bin ich mit Aurelia unterwegs, später kommt wieder Micheal dazu, die Mühl und Grosse Mühl (Bach/Fluss) um an die Donau Richtung Linz zu gelangen. Wie üblich werden uns bei unseren Gastgebern natürlich auch Milchprodukte angeboten. In Rudolfing sind wir bei einer supernetten 3-Generationen-Bio-Hof Familie eingeladen. Obwohl auch hier die Kühe im Stall stehen, schmecken wir den Unterschied bio und konventionell deutlich. In Neufelden werden wir sogar ins 4-Sterne-Hotel Mühltalhof eingeladen. Ich entdecke im Empfangsbereich später am Abend eine Postkarte mit einer Eispyramide in Ägypten. Wir erfahren, dass der Künstler der Ehemann der Inhaberin des Hotels ist. Er hat auch 25000 Litern Nil-Wasser diese Eispyramide geschaffen. Tönen in/an der Mühl / Tön-Ritual Herzgrüsse Ich hatte die Woche vor dem Start im Intersein-Zentrum http://www.intersein-zentrum.de/ verbracht. Es war eine Retreat Woche, die mir sehr gut getan hat und die nach den vielen Verabschiedungsarien eine wunderbare “Zwischenzeit” war. Nie mehr müde Dieses Lied schwirrte uns in den ersten Tagen immer wieder durch unsere Zellen. Wir haben es im Intersein-Zentrum kennengelernt und ich finde schon allein den Text eine wunderbare Schöpfung. Und die Melodie ist auch noch so wunderschön. An dieser Stelle Mit Aurelia, Michael, Gisela und Ursula bilden wir gleich am Anfang eine kraftvolle Sangha. Das freut mich zutiefst und hilft uns bei unserer Achtsamkeitspraxis, beim achtsamen Gehen, Sitzen, Essen, Reden, Sein…. und hilft uns allen, zentriert zu sein. Es hilft uns, unseren eigenen inneren Frieden zu kultivieren und ein kraftvolles Feld aufzubauen. Wir finden leicht Quartiere und werden wunderbar von unseren Gastgebern versorgt. Am Dreiländereck liegt teilweise 70 cm Schnee. Wir geneissen das warme Wetter, schreiten abwechselnd durch Tschechien und Deutschland, später durch Tschechien und Österreich. (Hier verlief vor 23 Jahren der Eiserne Vorhang. Direkt auf Grenze halten wir ein Paneuropäisches Mittagsmahl ab.)Ich beschliesse nach kurzer Zeit wieder mal barfuss im Schnee zu spazieren und es gibt mir viel Kraft. (Es ist mit diesen 3 Länder zusammengerechnet das Barfusslaufen im Schnee im 6. Land in diesem Winter). Eigentlich war der Plan, hinein nach Tschechien zu laufen. Doch mehrere Faktoren, u.a. der endgültige Faktor, nämlich eine falsche Abzweigung, die wir am Kamm nahmen – kombiniert mit Aurelias Lungenschwäche – besiegelt, dass die Route von hier ab sofort, und nicht erst später durch Österreich verlaufen wird. Der Frühling verläuft aufgrund der Hitze wie im Zeitraffer. Wir alle geniessen gerne Blätter, Kräuten, Blüten aus der Natur und bereichern unsere Erfahrungsschätze in Sachen “essbar” gegenseitig. Wir haben eine wirklich gute Zeit. In Oberschwarzenberg legen wir einen Pausentag ein. Dies ist wertvoll – 3 Tage nach dem Start. 28.4. Start am Intersein Zentrum bei Hohenau bis Winkelbrunn (D) Gesamtkilometer 142 km Die ersten 3 Tage waren wir zu fünft/viert, danach überwiegend zu dritt. Am Samstag Vormittag (28.4.) starten wir mit bisher 5 Personen am Intersein-Zentrum in Hohenau (Nahe Passau – südlicher Bayerischer Wald). Um flexibel zu bleiben, steht der Routenplan über Wien noch mal zur Debatte, da der Freund, der uns einen Platz zum schlafen angeboten hat, evtl. nun doch nicht zu diesem Zeitpunkt in Wien ist. Was mache ich hier im Intersein-Zentrum? Ich bin hier, um mich nach all den Abschiedsarien wieder zu zentrieren. Die Abschiede haben innerlich, teils körperlich, unerwartete Reaktionen hervorgerufen. Auch kann ich feststellen, das manche Abschiede energetisch in mir „gearbeitet“ haben. Teils führe ich das auf Prozesse zurück, die andere mit der Verabschiedung von mir haben. Ja, ich war über dessen Heftigkeit ziemlich überrascht. Also hier zu sein, im Intersein-Zentrum mit einer Retreat-Woche ist die optimale Vorbereitung für mich. Langsam nehme ich wahr, das nun die Zeit dichter wird. Es sind noch 2 Tage bis zum Start. Bisher hab ich weiter ausgemistet. Mein Rucksack war noch zu voll, und einige Dinge, die ich nicht vorher erledigt habe, konnten hier getan werden. Einige Zettelwirtschaft ist nun zusammengefasst in einem Art Tagebuch. Hier hab ich viele Gebete, Gedichte, Meditationen, – christlichen oder buddhistischen Ursprungs – die ich mit auf die Reise nehmen will, zusammengefasst. Eines davon ist eine Liebesmeditation aus dem Metta Sutta, die ich hier mit Euch teilen möchte: Liebesmeditation (Und dies wird er/sie sich stets vergegenwärtigen) Mögen alle Wesen glücklich und wohlbehalten sein, und mögen ihre Herzen von Freude erfüllt sein. Mögen sie alle in Sicherheit und Frieden leben – ob sie nun schwach sind oder stark, lang oder kurz, gross oder klein, sichtbar oder unsichtbar, nah oder fern, bereits geboren oder noch nicht geboren. Mögen sie alle in vollkommener Gelassenheit weilen. Kein Wesen verletzt je ein anderes, noch gefährde es das Leben eines anderen; kein Wesen wünsche einem anderen aus Ärger oder Übelwollen je Kummer oder Leid. Genauso, wie eine Mutter ihr einziges Kind liebt und unter Einsatz ihres Lebens schützt, sollten auch wir grenzenlose, allumfassende Liebe für alle Lebewesen entwickeln, wo immer sie sich auch befinden mögen. Unsere grenzenlose Liebe solle das ganze Universum durchdringen, noch oben, nach unten und überall hin. Unsere Liebe wird keien Hindernisse kennen, und unsere Herzen werden vollkommen frei sein von Hass und Feindseligkeit. Ob wir stehen oder gehen, sitzen oder liegen – solange wir wach sind, sollten wir diese, liebende Achtsamkeit in unseren Herzen bewahren. Dies ist die vornehmste Lebensweise. Frei von falschen Ansichten, von Gier und sinnlichem Verlangen sind die, die grenzenlose Liebe praktizieren, sie leben in Schönheit, verwirklichen vollkommenes Verstehen und werden mit Gewissheit über Geburt und Tod hinausgelangen. Ich habe festgestellt, das ich mich beim handschriftlichen Schreiben immer verkrampfe, so nehme ich mir Texte, wie diese Meditation, und übe. Mit achtsamem Atem, wahrnehmendem Atem, schreibe ich in Lockerheit und bei vollem Wahrnehmen des Inhaltes. Das ist eine schöne freudvolle Übung. Wie leicht kann ich mich verlieren… Genug für heute Thomas |
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