Zitate - Gedanken

“Schritt für Schritt
Atem für Atem
Im Moment
Immer Präsent”
by Thomas Heinrich Schmöckel

Dies ist der FriedensPilger-Blog
This is the peace pilgrimage blog

Sandalen

Meine Laufunterstützer

Vor 4500-5000 km habe ich in Wraclaw/Breslau am 2. Mai 2009 meine Sandalen bei Deichmann (Schleichwerbung?!) gekauft. Seitdem bin ich lange mit meinen “Partnern” gelaufen. Durch das viele Laufen, auch barfuß, haben sich meine Füße verändert. Sie sind vorne breiter geworden, wollen sich nicht mehr einsperren lassen in zu enge Schuhe oder Sandalen. Seit letztem Jahr suche ich neue Sandalen, weil die “noch jetzigen” diverse Verschleisserscheinungen zeigen. Bei Deichmann (huch schon wieder Schleichwerbung) gibt es diese Sandalen von der Fa. Gallus nicht mehr. Da hab ich schon alle Filialen in der Schweiz, Östereich und Deutschland durch, egal wo ich vorbeikam. Das ich immer weitergesucht habe, lag daran, dass ich zuerst in der Schweiz eben diese Marke fand, allerdings nicht in meiner Grösse.
Im Januar diesen Jahres war ich in Marokko. Bin auch auf den 4.167 m hohen Toubkal gestiegen. Selbst mit Steigeisen :-) unter den Sandalen. Schon vorher, aber auch durch diese Beanspruchung im Hochgebirge gingen immer wieder die Riemen im vorderen Bereich kaputt. Das was hier in Deutschland, Österreich oder der Schweiz fast kein Schuster mehr macht, die marokkanischen Schumacher haben einfach die Riemen mit den Sohlen seitlich vernäht, so dass die guten Stücke wieder halten!!!!!!!!!!!!  Hielten.
In den letzten Tagen ist eine Naht aufgeplatz.
Stellt sich die Frage….. Neue kaufen und vor allem finden oooder wie in diesem Falle, weil es einfach keine mir passenden Sandalen gibt (hatte schon in hiesigem Schuhgeschäft in Spitz an der Donau geschaut und probiert), einen Schuster finden. Und das ist mir gelungen.
Er repariert meine fast schon auseinanderfallenden, an der Sohle sich schon Richtung Loch entwickelnden Sohlen, vorderen Riemen.
Gleich kann ich sie wieder abholen. Supersupersuuuuuuuupppper!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Seid alle lieb gegrüßt
Thomas

228 km bis Wien / Treffen dort?!!!

Das sagt ein Schild an der Donau. Es gilt für die Radfahrer, die den Donauradweg entlangradeln und natürlich viel schneller sind als wir.
Allem in Allem denke ich, wenn wir keine weiteren Umwege laufen und nur die km rechnen, die wir zusätzlich zur Quartiersuche brauchen, sind wir in ca. 250 km in Wien.

Wir gehen am 11.5. weiter und ich hoffe, dass ich am 24.5. in Wien eintreffe. Aurelia ist dann nicht mehr dabei. Michael muss für eine Weile unterbrechen, kommt aber evtl. nach Wien. Dann hat sich auch Magdalena um die Zeit angekündigt, die von dort eine ganze Weile mitlaufen möchte. :-)

Treffen in Wien
Im letzten Jahr und den letzten Wochen hab ich einige Leute aus Wien kennengelernt. Weiter gibt es ein paar Menschen, die über das Internet kontaktet haben, so daß ich denke, es sollte so eine Art Treffen in Wien geben. Nur wie ich das genau zusammenbringe hab ich noch nicht raus.

Vorschlag:
Wir könnten uns zu einem Friedenspilgern in Wien treffen. Dabei den Stupa von Wien besuchen. Zusätzlich könnte es eine Meditation geben. Auch gibt es eine Anfrage nach einer Tön-Session……!!!!

Konkreter:
Angepeilt ist nun das Eintreffen in Wien am 24.5. gegen Abend.
Am 25.5. von 13:30 – 15:30 gibt der Dalai Lama einen Vortrag in der Stadthalle Wien. Da würde ich gerne hin.
(Am 26.5. ist der Dalai Lama zu einer Diskussionsrunde in der Uni Wien, da müsste ich nicht unbedingt hin)
Am besten fühlt es sich an, am 26.5. (oder ggf. 27.5.) sich morgens zu treffen, einen Friedenspilgernden achtsamen schweigenden Gang durch die Stadt zu machen und ebenfalls in dem Zusammenhang den Friedensstupa zu besuchen. Genauer Treffpunkt wird hier im blog oder Terminkalender etwas vorher bekanntgegeben.

Weitere Ideen:
Falls jemand die Presse informieren kann, könnte einmal das Friedenspilgerprojekt vorgestellt werden und der friedenspilgernde Gang angekündigt werden.
Zusätzlich/extra könnten wir uns alle zu einer Meditation treffen, wenn gewünscht.

Alles Liebe
Thomas     steppps@gmx.de

Gastgeber und Tiere

Liebe Gastgeber,
schon jetzt ist es “fast” unmöglich all die lieben Menschen, die uns beherbergt oder eingeladen haben, Zeit mit uns geteilt haben und uns geköstigt haben einzeln aufzuzählen und so versuche ich es erst gar nicht.
Ich bin jedem und jeder Einzelnen/m so herzlich dankbar für all die Hilfe, Unterstützung und Sympatie für das Friedenspilgerprojekt.
Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke!…….

Wir hatten das Vergnügen, schon einige Tiere, die wir nicht jeden Tag oder einfach zu Gesicht bekommen, in der letzten Zeit zu sehen.
Da war ein Feuersalamander, der sich unter einem Stein in der Nähe der Donau versteckte. Eine Ringelnatter von etwa einem Meter, die sich sonnte, eine Blindschleiche, die sich ins Gras zurückschlängelte und eine Schildkröte, die offensichtlich in der Donau lebt und uns bei einer kleinen Austauschrunde “besuchen” kam. Nicht zu vergessen, den Vogel, den wir retteten (siehe Michaels Bericht)

Michael schreibt von den letzten 3 Tagen

Freitag Abend, 4. Mai
Ich stoße in Neufelden, im wunderschönen Mühltal, wieder zu meinen 2 Pilgerfreunden Thomas und Aurelia. Ein glückliches Wiedersehen. Nur wenig später logieren wir 3 schon im 4 Sterne-Hotel direkt am Fluß. Herrlich ruhig ist’s und wir genießen stilvollen Luxus.

 Samstag, 5. Mai
Am nächsten Morgen geht’s gleich wieder an der großen Mühl entlang in den Wald. Nur wenige Menschen verschlägt’s heute an diesen herrlichen Pfad, aber einer davon kommt uns mit großen Sprüngen entgegen: xxx, Künstler und Ehemann unserer Gönnerin der letzten Nacht. Besonders Thomas und ihn verbinden einige Herzensinteressen und ich staune, daß wir uns nach einer viertel Stunde von einem neuen Freund verabschieden.

Gar nicht viel später entscheiden wir uns, für die große Mühl zu tönen. Wir sehen eine einladende Stelle, jeder sucht sich den für ihn passenden Platz im Fluß und dann verbinden wir uns mit uns selbst, mit einander und dem Fluß. Kraftvoll fand ich’s und einfach schön.

Danach trotzen wir dem kalten Wasser und nehmen ein Bad. Ich sterbe fast, denk ich jedenfalls vorher, aber spätestens beim Trocknen in der Sonne am Strand ist es dann doch großartig. Wir haben einen urgemütlichen Stein zum anlehnen und so bleiben wir noch eine ganze Weile und genießen die Sonne und uns, einfach, weil es so schön ist! Und wir tönen auch noch für Aurelia’s Gesundheit. Wieder bin ich bewegt, wie so oft in diesen Tagen, durch die liebevolle Art, in der wir füreinander und alles, was uns umgibt, da sind.

Eine weitere schöne Begegnung erwartet uns am Abend: eine uns eben noch fremde Frau gibt uns hungrigen Pilgern großzügig und wie selbstverständlich Essen, während sie ihre freundschaftlichen Kontakte im ganzen Dorf aktiviert, um ein Nachtquartier für uns zu organisieren. So sitzen wir sorglos, mampfen und staunen, wie sich wieder alles von selbst fügt.

„Was hat Sie am meisten bewegt?“, fragt Thomas sie. Als Antwort bekommen wir eine bewegende Erzählung von ihrem tatkräftigen Einsatz für ein armes ostpolnisches Altenheim quasi zum Dessert serviert. Danke!

Übernachten tun wir schließlich im Matratzenlager eines Wikingerhofes an der Donau.

 Sonntag, 6. Mai
Auch den nächsten Tag beginnen Thomas und ich wieder mit Körperübungen im Freien. Und wieder sind wir in herrlicher Natur. Die Nebelschwaden über der Donau lichten sich langsam, während wir auf bewaldete Hügel schauen, durch die sich neben dem Fluß nur ein kleiner Fahrweg schlängelt. Ich höre ein Vogelkonzert so laut und vielstimmig wie selten zuvor.

Nach der Meditation ziehen wir weiter und knabbern Kräuter und zarte Frühlingsblätter am Wegesrand zum Frühstück. Doch schon nach wenigen hundert Metern ruft uns jemand zu: „Seid ihr die Pilger?“ und flugs sitzen wir an einem paradiesischen Platz an der Donau am Frühstückstisch. Ein Wunder? Klar, sie war eine Eingeweihte der Quartiersuche vom vergangenen Abend. So viel Gutes und so viel Güte wird uns in diesen Tagen entgegengebracht!

Und wieder gibt’s Geschichten. Diesmal von vergangenen Zeiten, wie es sich vor 60 Jahren dort lebte, als die Flußmühle nur durch einen Fußweg zu erreichen war und wie der Vater in der Nazizeit mehr als 100 gekenterte Donaufahrer davor rettete, in den Wasserwalzen der Mühle zermahlen zu werden.

In mehrfacher Hinsicht gut gestärkt ziehen wir weiter. Es geht heute immer die Donau entlang. In besonders guter Erinnerung habe ich unser Mittagessen behalten: Wildkräuter und Blätter in Tehina und Olivenöl gebadet. Lauter Sachen, von denen ich noch vor wenigen Tagen nicht geahnt habe, daß man sie essen kann und die doch so lecker sind!

Und dann noch der Abend, der sehr bewegend war. Wir hatten das kleine Städtchen Feldkirchen zu unserem Quartiersort erkoren. Nach mehreren vergeblichen Anfragen, u.a. beim Pfarrer, klingeln wir bei einem schönen, großen Haus. Die Besitzer, ein Ehepaar Ende 60, können uns zwar kein Quartier anbieten, aber es entspinnt sich bei Tee und Kuchen ein tiefpersönliches Gespräch. Wir merken alle, wie wichtig es ist, daß wir genau hier geklingelt haben. Natürlich wissen wir nicht, was genau wir bewirken können, aber es tut ihnen so sichtlich gut, daß da mal jemand ist, mit dem sie sich über den spirituellen Lebensweg austauschen können. Wir bleiben wohl länger als eine Stunde.

Und es bleibt intensiv. Eine Frau, die uns erst telefonisch eingeladen hat, bei ihr zu übernachten, ruft völlig unvermittelt ganz aufgewühlt und empört an, um uns wieder auszuladen und uns zu beschuldigen. Wir sind etwas ratlos, fragen noch an vielen weiteren Türen, um schließlich einzusehen, daß wir heute Abend doch genau zu ihr müssen, um zu versuchen, ihre Empörung verstehen und hoffentlich auflösen zu können. So klingeln wir schließlich – es ist mittlerweile 21 Uhr – und bitten darum, die Nacht als zahlende Gäste in ihrer Pension verbringen zu dürfen. Sie ist entrüstet: „Nein!“

Es bedarf einiger ganz ruhig-sachlich-liebevoller Erklärungen von Thomas, bevor sie uns schließlich doch einläßt, obwohl sie immer noch mißtrauisch ist und sichtlich große Angst hat. Eigentlich tun wir gar nicht viel. Wir sind einfach nur freundlich und etwas zurückhaltend. Thomas gibt ihr einen Infozettel über das Pilgerprojekt.

Im Zimmer finden wir einen Zettel, der uns baff macht: dort hat sie Zitate zu einer idealen Lebensweise, wie sie sie sich vorstellt, zusammengestellt, die genauso klingen, als hätten wir über unsere Ideale geschrieben. Und tatsächlich dürfen wir dann am nächsten Morgen in einem Gespräch nach dem Frühstück noch erleben, wie sie wieder mit uns und sich ins Reine kommt. Als wir schließlich bezahlen wollen, lehnt sie ab und lädt uns ein. Ich bin wirklich froh und auch ein wenig stolz, bei einem solch tollen Projekt mit dabei zu sein!

 Montag, 7. Mai
Nach diesem intensiven Start in den Tag sind wir heute besonders gemächlich unterwegs. Im so offen wirkenden, urgemütlichen Dörfchen Goldwörth sieht Aurelia, wie sich eine junge Amsel in einem in einem Baum hängenden Preßseil verfangen hat und fast erwürgt wird. Wir organisieren eine Leiter und Aurelia befreit ihn behutsam aus seiner mißlichen Situation. Doch der arme kleine Kerl ist schon sehr mitgenommen und bedarft auch weiterhin unserer Hilfe. So versuchen Aurelia und Thomas, ihm Wasser und stärkende Mittel einzuflößen. Wir beschließen, schon hier unsere Mittagsrast zu halten, damit wir noch weiter auf ihn aufpassen und ihn vor Hunden und Katzen schützen können. Es dauert zwar lange, aber schließlich findet er doch einige Kraft wieder und hüpft zu unserer Freude und Erleichterung unter eine schützende Hütte.

Nachmittags rasten wir einmal an der Donau und werden im Spiel zu weisen, koandichtenden Zenmeistern!

In unserem Nächtigungsort Ottensheim erleben wir wieder einmal die Kraft der Achtsamkeit. Gerade als wir den Marktplatz betreten, beginnen die Kirchenglocken zu läuten und in bewährter Plum Village Manier bleiben wir alle drei stehen und zentrieren uns in unserem Atem. Wir müssen eine ganze Weile so stehenbleiben, denn die Glocken läuten ziemlich lange. Währenddessen ist auf uns gegenüber ein älterer Mann aus dem Hof seines Hauses getreten. Eine Jakobsmuschel prangt über dem Eingang. Und während wir weiter stehen und zu ihm hinblicken, kommt er langsam aber zielstrebig auf uns zu. Obwohl er den Brauch der Achtsamkeitsglocke nicht kennt, hat er uns „erkannt“. Ich bin wieder mal von den Socken!

Ein freundschaftliches Gespräch entspinnt sich. Er ist sichtlich enttäuscht, daß er uns leider an diesem Tag kein Quartier anbieten kann, aber wir sind dennoch von dieser Begegnung sehr bereichert.

Auf seine Empfehlung hin gehen wir nun schnurstracks zum Pfarrer, der uns zwar auch nicht bei sich unterbringen kann, der aber doch ein großes Herz für Pilger hat und uns eine schöne Privatpension bucht und bezahlt. Danke, Herr Pfarrer!

Wir haben schließlich noch superleckere Eierpfannkuchen zum Abendessen.

 Dienstag, 8. Mai
Die kleine, sehr offene Aussprache vom Vorabend hat uns sehr gut getan und die Luft geklärt. So fröhlich und frei wie lange nicht mehr starte ich in den neuen Tag. Schon beim Frühstück gibt’s wieder eine schöne Begegnung. Drei Polen, die auch bei uns genächtigt haben, sind berührt von dem Geist, den das Friedenspilgerprojekt, also wir drei Süßen, ausstrahlt. Freu!

Wir gehen glücklich wieder die Donau entlang, von der Sonne beschienen und vom Leben geliebt, achtsam und in Stille. Und wir naschen wieder von der reichhaltigen Frühlingstafel rund um uns herum.

Bevor ich um die Mittagszeit zum Zug muß, um für 2 Tage nach Hause zu fahren, nehmen wir uns noch die Zeit für ein Bad in der Donau. Ist das Leben schön! Danke ihr zwei, für Eure Wärme, Euer Lächeln, Eure Umarmungen!

 Bis ganz bald,
Michael

Durch das Mühlviertel (A)

Wir wählen, ein paar Tage bin ich mit Aurelia unterwegs, später kommt wieder Micheal dazu, die Mühl und Grosse Mühl (Bach/Fluss) um an die Donau Richtung Linz zu gelangen.
Direkt an der Mühl schlängelt sich unser Wanderweg und wir lassen uns gar zu einem Bad in der Mühl hinreissen mit anschliessendem Sonnenbad zum Trocknen. Wunderbar erfrischend und das soooo früh im Jahr.
Leider sind nirgends Kühe auf den saftigen Wiesen zu finden. Das Gras wird, sobald es hoch genug ist, getrocknet und dann den Kühen und Kälbern in den Stall gebracht. Es ist auch nicht vorgesehen, die Kühe später auf die Weiden zu lassen, nirgends sind Zäune oder ähnliches zu erkennen. Warum stehen die Menschen nicht auf – und protestieren!!!! Warum boykottieren wir nicht den Verzehr von Milchprodukten???? Warum lässt sich dies die Gesellschaft gefallen???? Wissen die Menschen, das Kühe nicht mehr auf der Weide gehalten werden? Oder sehen sie vor ihrem inneren Auge noch die Idylle der Natur mit den Tieren?

Wie üblich werden uns bei unseren Gastgebern natürlich auch Milchprodukte angeboten. In Rudolfing sind wir bei einer supernetten 3-Generationen-Bio-Hof Familie eingeladen. Obwohl auch hier die Kühe im Stall stehen, schmecken wir den Unterschied bio und konventionell deutlich.

In Neufelden werden wir sogar ins 4-Sterne-Hotel Mühltalhof eingeladen. Ich entdecke im Empfangsbereich später am Abend eine Postkarte mit einer Eispyramide in Ägypten. Wir erfahren, dass der Künstler der Ehemann der Inhaberin des Hotels ist. Er hat auch 25000 Litern Nil-Wasser diese Eispyramide geschaffen.
Am nächsten Tag begegnen wir ihm an der Grossen Mühl, er joggend, wir mit unseren Rucksäcken. Er erzählt von weiteren Eisprojekten in Ägypten und einer Renaturierungsaktion an der Grossen Mühl. Da wo wir gehen, war vor einigen Jahren gar kein fliessender Fluss mehr. Oberhalb wurde das Wasser von Kraftwerken verbraucht, so das die Grosse Mühl trocken lag. Er mit vielen anderen Leuten haben es durch verschiedene Kunstaktionen geschafft, das Mühltal wieder zu einer Oase der Ruhe und Schönheit erwachen zu lassen. Wir haben ein so wunderbares Gespräch mit ihm, über weitere Kunstaktionen an der Mühl und in Ägypten, sein Interesse für Klang und auch für diese Friedenspilgerreise. Joachim Eckl verspricht sogar per sich verbindlich anfühlendem Handschlag, das er irgendwann demnächst mitpilgern wird.
Joachim Eckl/Austria  www.heimart.at

Tönen in/an der Mühl / Tön-Ritual
Inspiriert durch das Gespräch – Michael ist seit dem 4-Sterne-Hotel wieder dabei – setzen wir uns auf Steine im Bach und tönen für diesen wunderbaren Wasserlauf. Danach lädt uns der Bach ein in ihn zu baden. Gespürt! Getan! Eingetauch! Genossen!

Herzgrüsse
Thomas

Die ersten 3 Tage

Ich hatte die Woche vor dem Start im Intersein-Zentrum http://www.intersein-zentrum.de/  verbracht. Es war eine Retreat Woche, die mir sehr gut getan hat und die nach den vielen Verabschiedungsarien eine wunderbare “Zwischenzeit” war.
Viele kleine Zeichen der Intersein-Sangha haben dem Projekt einen guten Start gegeben. Schliesslich habe ich am 28.4. morgens eine kleine Rede im Morgenkreis gehalten, die den Anwesenden das Projekt vorstellte. Insgesamt waren fünf  liebe Menschen extra zum Start bzw. Mitpilgern angereist. Mit insgesamt ca. 20 Personen starteten wir gegen 11:11 Uhr vor dem Zentrum bei allerbestem nahe zu Sommerwetter.
Ein Warmer Luftstrom aus Afrika hatte die Luft auf Sommertemperatur aufgewärmt. Selbst am Morgen der Abreise, gegen 5 Uhr war es schon warm Ungewöhnlicherweise war auf der Höhe von 750 Metern noch nicht einmal Morgentau auf den Wiesen. Ich liebe Mutter Erde von ganzem Herzen, und auch für unsere Mutter Erde, für unseren wunderbaren Planeten gehen wir bei dieser Pilgerreise. Während des Morgenkreises hatte ich bereits erwähnt und war dabei sehr gerührt, dass ich sehr dankbar bin, das Mutter Erde und die Elementewesen so sehr auch den Friedenspilgerstart unterstützen (3 Tage vorher war es noch sehr frisch). Später hatte ich mehrfach das Gefühl, das dieser afrikanische zu dieser Jahreszeit warme, fast heiße Luftstrom ein Gruß für Mutter Erde für dieses Projekt war. Ich empfinde allertiefte Dankbarkeit für dieses so fast unglaubliche überwältigende Zeichen.

Nie mehr müde
und dem Wunder
leise einem Vogel
die Hand hinhalten

Dieses Lied schwirrte uns in den ersten Tagen immer wieder durch unsere Zellen. Wir haben es im Intersein-Zentrum kennengelernt und ich finde schon allein den Text eine wunderbare Schöpfung. Und die Melodie ist auch noch so wunderschön.

An dieser Stelle
Ursula vom Intersein-Zentrum ging den ersten Tag mit. Sie hat vor, im Herbst nochmal mitzugehen. Das wäre dann in der Türkei.
Allerdings kann sie nich alles Gepäck alleine Tragen. Sie sucht einen Träger für ihr überwiegendes Gepäck, den sie gerne für seine Dienste entlohnen möchte. Falls dies jemand liest, der dafür infrage kommt, bitte kontaktiert Ursula Bergmann unter der deutschen Handynummer 01633033610 oder unter all.ein@live.de Danke!!

Mit Aurelia, Michael, Gisela und Ursula bilden wir gleich am Anfang eine kraftvolle Sangha. Das freut mich zutiefst und hilft uns bei unserer Achtsamkeitspraxis, beim achtsamen Gehen, Sitzen, Essen, Reden, Sein…. und hilft uns allen, zentriert zu sein. Es hilft uns, unseren eigenen inneren Frieden zu kultivieren und ein kraftvolles Feld aufzubauen. :-)

Wir finden leicht Quartiere und werden wunderbar von unseren Gastgebern versorgt.

Am Dreiländereck liegt teilweise 70 cm Schnee. Wir geneissen das warme Wetter, schreiten abwechselnd durch Tschechien und Deutschland, später durch Tschechien und Österreich. (Hier verlief vor 23 Jahren der Eiserne Vorhang. Direkt auf Grenze halten wir ein Paneuropäisches Mittagsmahl ab.)Ich beschliesse nach kurzer Zeit wieder mal barfuss im Schnee zu spazieren und es gibt mir viel Kraft. (Es ist mit diesen 3 Länder zusammengerechnet das Barfusslaufen im Schnee im 6. Land in diesem Winter). Eigentlich war der Plan, hinein nach Tschechien zu laufen.  Doch mehrere Faktoren, u.a. der endgültige Faktor, nämlich eine falsche Abzweigung, die wir am Kamm nahmen – kombiniert mit Aurelias Lungenschwäche – besiegelt, dass die Route von hier ab sofort, und nicht erst später durch Österreich verlaufen wird.

Der Frühling verläuft aufgrund der Hitze wie im Zeitraffer. Wir alle geniessen gerne Blätter, Kräuten, Blüten aus der Natur und bereichern unsere Erfahrungsschätze in Sachen “essbar” gegenseitig. Wir haben eine wirklich gute Zeit.

In Oberschwarzenberg legen wir einen Pausentag ein. Dies ist wertvoll – 3 Tage nach dem Start.

Strecke km, Orte

28.4. Start am Intersein Zentrum bei Hohenau bis Winkelbrunn (D)
29.4. Frauenberg (D)
30.4. über Dreiländereck (D/CZ/A) nach Oberschwarzenberg (A)
1.5. Pausentag
2.5. Rudolfing (Aigen) (A)
3.5. Haslach (A)
4.5. Neufelden (A)
5.5. Untermühl/Exlau (A)
6.5. Feldkirchen (A)
7.5. Ottersheim (A)
8.5. Linz (A)
9.5. Linz Orga-Tag
10.5. Pausentag in Linz (A)

Gesamtkilometer  142 km

Die ersten 3 Tage waren wir zu fünft/viert, danach überwiegend zu dritt.
Am ersten Tag war noch Ursula (Intersein-Zentrum) dabei
Die ersten 3 Tage Gisela (Freiburg)
Aurelia die ganze Zeit (Freiburg)
Michael (Graz) in Etappen fast die ganze Zeit

Es geht los

 Am Samstag Vormittag (28.4.) starten wir mit bisher 5 Personen am Intersein-Zentrum in Hohenau (Nahe Passau – südlicher Bayerischer Wald).
Nach vielem Hin und Her haben sich nun 5 Personen gefunden, die teils kurz, teils länger mitpilgern.

Um flexibel zu bleiben, steht der Routenplan über Wien noch mal zur Debatte, da der Freund, der uns einen Platz zum schlafen angeboten hat, evtl. nun doch nicht zu diesem Zeitpunkt in Wien ist.

 Was mache ich hier im Intersein-Zentrum? Ich bin hier, um mich nach all den Abschiedsarien wieder zu zentrieren. Die Abschiede haben innerlich, teils körperlich, unerwartete Reaktionen hervorgerufen. Auch kann ich feststellen, das manche Abschiede energetisch in mir „gearbeitet“ haben. Teils führe ich das auf  Prozesse zurück, die andere mit der Verabschiedung von mir  haben. Ja, ich war über dessen Heftigkeit ziemlich überrascht. Also hier zu sein, im Intersein-Zentrum mit einer Retreat-Woche ist die optimale Vorbereitung für mich.

 Langsam nehme ich wahr, das nun die Zeit dichter wird. Es sind noch 2 Tage bis zum Start.

 Bisher hab ich weiter ausgemistet. Mein Rucksack war noch zu voll, und einige Dinge, die ich nicht vorher erledigt habe, konnten hier getan werden. Einige Zettelwirtschaft ist nun zusammengefasst in einem Art Tagebuch. Hier hab ich viele Gebete, Gedichte, Meditationen, – christlichen oder buddhistischen Ursprungs – die ich mit auf die Reise nehmen will, zusammengefasst. Eines davon ist eine Liebesmeditation aus dem Metta Sutta, die ich hier mit Euch teilen möchte:

 Liebesmeditation
Wer Frieden erlangen möchte, sei aufrichtig und bescheiden, sei fähig zu liebevollem Sprechen. Er oder sie wird wissen, wie man einfach und bescheiden glücklich leben kann – mit ruhigen Sinnen, ohne Habsucht und unbeeinflusst von den Gefühlen der Mehrheit. Nichts sollte eine Person tun, daß von den Weisen missbilligt werden könnte.

 (Und dies wird er/sie sich stets vergegenwärtigen)

Mögen alle Wesen glücklich und wohlbehalten sein, und mögen ihre Herzen von Freude erfüllt sein. Mögen sie alle in Sicherheit und Frieden leben – ob sie nun schwach sind oder stark, lang oder kurz, gross oder klein, sichtbar oder unsichtbar, nah oder fern, bereits geboren oder noch nicht geboren. Mögen sie alle in vollkommener Gelassenheit weilen. Kein Wesen verletzt je ein anderes, noch gefährde es das Leben eines anderen; kein Wesen wünsche einem anderen aus Ärger oder Übelwollen je Kummer oder Leid.

 Genauso, wie eine Mutter ihr einziges Kind liebt und unter Einsatz ihres Lebens schützt, sollten auch wir grenzenlose, allumfassende Liebe für alle Lebewesen entwickeln, wo immer sie sich auch befinden mögen. Unsere grenzenlose Liebe solle das ganze Universum durchdringen, noch oben, nach unten und überall hin. Unsere Liebe wird keien Hindernisse kennen, und unsere Herzen werden vollkommen frei sein von Hass und Feindseligkeit. Ob wir stehen oder gehen, sitzen oder liegen – solange wir wach sind, sollten wir diese, liebende Achtsamkeit in unseren Herzen bewahren. Dies ist die vornehmste Lebensweise. Frei von falschen Ansichten, von Gier und sinnlichem Verlangen sind die, die grenzenlose Liebe praktizieren, sie leben in Schönheit, verwirklichen vollkommenes Verstehen und werden mit Gewissheit über Geburt und Tod hinausgelangen.

 Ich habe festgestellt, das ich mich beim handschriftlichen Schreiben immer verkrampfe, so nehme ich mir Texte, wie diese Meditation, und übe. Mit achtsamem Atem, wahrnehmendem Atem, schreibe ich in Lockerheit und bei vollem Wahrnehmen des Inhaltes. Das ist eine schöne freudvolle Übung.

 Wie leicht kann ich mich verlieren…
Es braucht nur eine Karte, auf der ich die Friedenspilgerroute ausarbeite. Ich möchte nur für die nächsten Tage gucken. Und doch – nach einer Weile schaue ich weiter und weiter – und auf die nächste Karte – und die nächste – das nächste und übernächste Land…….
Glücklicherweise hab ich mich erinnert zurück ins Hier und Jetzt zu kommen. Zu dem Boden unter mir – und zu atmen.

Genug für heute
Atme und Lächle

Thomas

Flensburg verlassen