Iskenderun und Ramadan IV

Thomas schreibt:

Der Ramadan geht morgen Nacht zu Ende und dann folgt das Zuckerfest. Keine Ahnung wie es gefeiert wird, ich lasse mich überraschen. Wahrscheinlich mit viel Essen. Ob es irgendwo tolle Musik gibt?

Hier in Iskenderun wollten wir uns, Magdalena und Paulin und ich, treffen, um das Bayram, das Zuckerfest gemeinsam zu feiern. Das war auf jeden Fall meine Annahme.
Nun hat sich alles verschoben. Magdalena ist Paulin irgendwie entgegengelaufen oder -gefahren und kündigte in einer SMS vorgestern abend an, dass sie erst in 4-5 Tagen hier eintreffen werden. Heisst zum Ende des Zuckerfestes.

Ich hatte gehofft, wir können uns hier nach langer Zeit zum Bayram treffen, Bayram miteinander feiern. Meine weitere Hoffnung, dass wir uns waehrenddessen orientieren, wie es weitergeht, mit Syrien, Libanon und Israel/Palestina …… diverse Dinge besprechen, ist zumindest für den Zeitpunkt ebenfalls zerschlagen.

Die beiden kommen an, wenn ich vorhatte, bereits – nach mehr als 1 Woche Pause – weiterzulaufen. Ich hatte gehofft, wir laufen dann alle noch eine Woche gemeinsam bis zur syrischen Grenze, danach vielleicht nach Reyhanli (die Stadt, in der sehr viele syrische Flüchtlinge weilen und in der vor einigen Monaten ein Bombenanschlag etliche Menschen tötete und verletzte) und Hattay.

Magdalena schreibt per SMS, für mich wirkt es fast provozierend: ‚Warte nicht auf uns wenn Dir nach weiterlaufen ist‘. Was soll ich davon halten. Na gut, kann ja auch nett gemeint sein, hört sich für mich aber fast nach einem Wunsch an. Wie sollen wir uns denn dann noch treffen? Soll ich es aufgeben, den Wunsch oder das Ansinnen, wieder gemeinsam zu laufen? Soll ich es loslassen und alleine gehen? Oder soll ich noch laenger hier warten, und dann noch ein paar Tage Gemeinsamkeit hier anhaengen.

‚Wir‘ werden sehen, wie ich mich entscheide.

Zweite Kuriositaet: Ein 25jaehriger Polizist namens Sheref 🙂 hat mir ein einfaches Hotelzimmer bis maximal zum Bayram-Fest gebucht. Nach einem turbulenten ersten Tag, an dem er mich auf seinem Motorrad mit 120 Sachen (in der Stadt) zu einem Freund, Ahmet, brachte (dieser abgeschoben aus Deutschland und jetzt ein treusorgender Familienvater, 2. Kind unterwegs), hat sich Sheref nicht mehr gemeldet. Kurios. Na gut, kam mir auch ganz recht, hatte Erholungsbedarf. Mal sehen ob der untergetaucht ist?

Alles gerade etwas unsortiert, aber fühle mich dabei trotzdem recht friedlich 🙂
Wie das Leben spielt
Alles Liebe Euch
Thomas

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