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Vor dem Abflug nach Lesbos, GriechenlandDies ist eine Email, die ich heute an Verena, Lea, Helga, Hartmut, Hans, Birgit, Sam, Elisabeth, Conny, Wiebke, Magdalena, Annelie, Maria und Holger
geschickt habe.
Liebe Freunde,
heute schreib ich euch mal direkt an.
Irgendwie bin ich nicht sooo dolle motiviert, im blog zu schreiben, vielleicht brauch ich da mal mehr die direkte Ansprache, vielleicht gehts dann einfacher. Den ersten Teil dieses Briefes an euch, werd ich dann mal in den blog kopieren….. Hihihihihi
Zuerst mal seid herzlich gegruesst. Nach Heidelberg, Freiburg, Heiligenhaus, Raum Flensburg, Worpswede, Reckenfeld, Fleckeby und Lebensgarten Steyerberg.
Einige von euch haben schon von den Veraenderungen gehoert und ich danke fuer euer Anteilnehmen, euer Mitgefuehl mit meinem Weg, eure Unterstuetzung, sei es in Worten oder vielfaeltigen Taten.
Vielleicht die gravierenste Veraenderung ist nun, wie schon kurz im blog berichtet, dass ich die Farm verlassen habe. Der Eintrag am 21.9. war der Beginn des Abschieds, was ich aber damals noch nicht wusste. Hatte sogar mal spekuliert, den Winter zu bleiben, gar bis zum Fruehjahr, oder ganz manchmal sogar noch die naechste Sommersaison. Auf jeden Fall bin ich seitdem nie laenger als 10 Tage dort gewesen, oft hab ich das Wochenende in Eriwan/Yerevan verbracht. Ich hatte den Abstand so noetig, es tat mir so gut. Wenn ich dann in Yerevan war, konnte ich manchmal nicht glauben, warum ich es nicht schaffe, auf der Farm zu entspannen. Zurueckgekehrt sah ich dann immer zuerst das Paradies, es ist so wunderschoen dort drumherum, aber nach ein paar Stunden konnte ich dann wieder fuehlen, warum die Auszeit gut ist.
Auf der Farm ist es immer ein Art Puschen/Antreiben/Warten. Es ist mir oft nicht gelungen, einfach nur da zu sein…. So viele Dinge wollen einfach getan sein. Und eine gewisse Ordnung ist von Noeten, um einfach Sein zu koennen. Das hoert sich jetzt so an, als waere ich dort im permanentem Stress gewesen, nein dass ist nicht so. Meine Worte sind eher ein atmosphaerischer Ausdruck dessen, was dort ist…… Es hat mir grosse Freude bereitet, mit anzupacken, etwas neues zu kreieren, die Schaetze dort zu finden, die schon da sind. Und ich hab das auch mit grosser Leichtigkeit getan. Nein, dass ist keine Widerspruch. Das sind einfach zwei Seiten. Schliesslich konnten wir dort, teils durch eure finanzielle Unterstuetzung fuer das Projekt, sagen wir mal 3 Projekte verwirklichen, starten!! 1) Das erste mal innerhalb von 10 Jahren gab es auf der Farm mal nen Garten. Ich glaube, dass das auf jeden Fall weiter fortgesetzt wird. Einzig fehlt ein Zaun, damit die Tiere nicht die Ernte auffressen. (Der Zaun war schon mehrere Male beschlossen, das Geld war da, ihn zu bauen und er haette auch verwirklicht werden koennen, aber das Management, hat immer mal wieder ’no‘ gesagt, was ueberhaupt niemand verstanden hat. Das Management, hier der Direktor Ashot, jetzt darauf nochmal angesprochen, meinte sogar, er haette es gar nicht verhindert, er ist z.Zt. etwas destruktiv, aber er hat.) 2) Das Gewaechshaus, das Fruchttrockenhaus. Wir haben zwischen zwei Wohncontainern, nahe dem Garten, ein Fruchttrockenhaus gebaut. Speziell fuer die Aepfel und Birnen (es gibt etwa 200 Baeume auf dem Gelaende) Auch ist inzwischen ein Ofen in dem Fruchttrockenhaus installiert, so dass in den Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint, die Fruechte nicht vergammeln. Es sind noch kleine Verbesserungen noetig, aber das Ganze funktioniert schon gut. Auch koennen in dem Trockenhaus Kraeuter und Tees aus den Bergen im Fruehjahr, Sommer, Herbst getrocknet werden. Dafuer gibt es sogar schon eine Teefabrik, die garantiert verarbeitet und abkauft. Als ich von dort weg bin, war ich etwas in Sorge, dass die Arbeit mit den Aepfeln nicht fortgefuehrt wird, aber ich konnte jetzt feststellen, dass sich die Mutter von Asya, Hribsime, nun dazu ermutigt fuehlt. Sie hat auf jeden Fall schon etwas dort gearbeitet. (Nebenbei bemerkt, auch der Bruder von Asya, ist zurueck, Armen und bewohnt jetzt mit seiner Freundin Christine meinen Ex-Container. Ein Babybett steht auch schon drin… Zeichen????) 3) Die Kuhdungbrikettmaschine ist in Arbeit. Adjoum, der Manager der Farm, hat einen Motor und ein Gewinde dafuer kaufen muessen, den Rest macht er selbst. Ich hab schon oefter ueber den Alleskoenner berichtet. Seit ich Good-bye gesagt habe, ist die Maschine in Arbeit, allerdings noch nicht ganz fertig. Im Sommer hatten Lea und Verena mit ihren Spendengeldern schon den Container gekauft, der im Moment nur Lagerstaette fuer die von Hand gearbeiteten Briketts ist. Der wird dann demnaechst noch so umgebaut, dass in einem Teil ein Briketttrockenraum entsteht, damit auch in den kalten Jahreszeiten Briketts hergestellt werden koennen. Die Mittel dafuer hatte ich aber nicht mehr. Auch hatte Adjoum mal erwaehnt, das die Maschine auch vermietet werden kann. Das wuerde neben dem Verkauf der Briketts auch fuer weitere Einnahmen sorgen. So soll es sein. (Adjoum und seine Familie, darueber hatte ich ja schon mal im blog geschrieben, die Auswanderungswilligen nach Deutschland. Es hat weitere Schwierigkeiten und Verzoegerungen gegeben und nun sieht es so aus, dass es eine andere Variante gibt. An so ein paar Korrupte haben sie 4000 $ gezahlt. Es soll erst in die Dominikanische Republik gehen. 4 Tage. Dann gibt es da irgendjemand, der nen Schengen-Stempel in den Pass macht. Insgesamt kostet der Spass 12.000 $. 8.000 $ werden faellig, wenn die Familie in Deutschland arbeitet!!!! Vielleicht geht es schon Ende dieses Monates los.)
An dieser Stelle moechte ich allen danken, die mir in meiner Zeit dort Spenden/Gelder fuer die Farm und die Menschen dort zur Verfuegung gestellt haben. Insgesamt sind es ueber 3.000 Euro gewesen. Gut angelegt!!!!! Die Farm hat sich in der Zeit veraendert!!!!
Es war ganz schoen emotional, der Abschiedsprozess. Wir haben uns alle geliebt.
Hier nochmal 2 Kontakte zur Farm www.zatikavan.tk und facebook: zatikavan
und nun!!!!!!!
Fliege ich morgen nach Lesbos, Griechenland.
Auch das war ein intensiver Prozess, mich fuer das Projekt auf der Insel Lesbos zu entscheiden, zumal ich doch nicht zurueck nach Europa wollte, auch wenn es nur fuer den Winter ist. Mein Weg geht doch Richtung Osten. Diese Entscheidung fuehlt sich total richtig an und ich hab Spass an der neuen Herausforderung – und ich moechte den Fluechtlingen dort helfen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Infos und dieses Projekt findet ihr auf der facebook Seite: Starfish Foundation – Help for refugees in Molyvos (Gerade hab ich in den Medien gelesen, dass schon wieder 14 Menschen, noch auf der tuerkischen Seite, heute oder letzte Nacht ertruken sind, vor etwa 10 Tagen waren es 20 Menschen) Die letzten Vorbereitung mach ich gerade, von den benoetigten Dingen dort kann ich Socken und Unterhosen von Armenien nach Griechenland bringen. Wer Lust hat, kann das Projekt unterstuetzen. Ich bin vor Ort, so dass ihr wisst, wo das Geld oder die Sachspenden hingehen. Fuer weitere Infos koennt ihr mich anschreiben unter steppps@gmx.de Danke.
An dieser Stelle moechte ich euch und anderen danken, die sich um die Fluechtlinge in Deutschland kuemmern. Danke danke danke und tiefe Verbeugung.
In der Uebergangszeit (zwischen FarmProjekt und Lesbos)
hab ich mich viel in Yerevan aufgehalten.
Hab in den beiden Hostels, in denen ich wohnte, nette Leute kennengelernt. Von den beiden Griechen hab ich ja schon im blog geschrieben….. 🙂 Und Mohammad,22, aus Iran, kurz erwaehnt. (facebook:Mohammad Ghorbani) Er war auch 2 mal auf der Farm und wir hatten die ganze Zeit sooooooooooooviel Spass zusammen!!!!!!!! Danke, dass er da war (gestern zurueck in den Iran geflogen). Mohammad hat viele riesige Herzensvisionen, die mich vor Glueck zum Weinen gebracht haben. Wie viele Menschen will auch er fuer eine bessere Welt arbeiten. Mit 16 hat er angefangen, an Geschaeftsideen zu arbeiten, die es ihm ermoeglichen, Millonaer zu werden. Etwa 40 Modelle hat er durchgespielt, daran gearbeitet und es sieht so aus, dass er nun ein Modell gefunden hat, in dem er es realistisch bald geschafft hat. Nach 2-3 Jahren spaetestens, nach meiner Einschaetzung, hat er sein Ziel erreicht. 3 Jahre hat es an Vorbereitung gebraucht, ohne Verdienst, und nun transferiert er im Internet Geld von allen moeglichen Kunden weltweit. Dabei ist es kein Spekulationsgeschaeft, sondern Service. Damit er sich nicht kraeftemaessig uebernimmt, muessen nun ganz bald Angestellte her. Niemand aus seinem Umfeld hatte ihm geglaubt, fast alle haben ihn als Spinner dahingestellt. Niemand hatte verstanden, was er denn da vorhatte. Sicher hat er auch Spass, etwas gutes fuer sich damit zu tun, doch warum es fuer ihn wichtig ist, sehr vielfacher Millionaer zu werden, ist die Absicht, Menschen in Not zu helfen und gute Projekte anzustossen, zu unterstuetzen und noch Groessere in die Welt zu setzen. Er hat dafuer sehr konkrete Ideen und ist eifrig und zielstrebig unterwegs zur Verwirklichung. Alle Hochachtung!!!!!!!! Und ich bin soooooo dankbar, das wir eine sooo tolle, mit sooo vielen Gluecksmomenten gefuellte, Zeit miteinander hatten. Danke, dass ich ihn kennenlernen durfte. Ein Geschenk vom Universum fuer die ‚Uebergangszeit‘. Und wer weiss, vielleicht sehe ich ihn noch oefter???? Eigentlich wollte ich euch jetzt noch persoenlich angsprechen, aber es scheint jetzt genug der Schreiberei zu sein. Ich hab mir fuer jeden von euch mindestens 3 intensive Atemzuegen Zeit genommen, euch gefuehlt und umarmt. Danke. Ich liebe euch.
Thomas
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