{"id":839,"date":"2012-08-10T16:57:00","date_gmt":"2012-08-10T14:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=839"},"modified":"2012-08-10T16:57:00","modified_gmt":"2012-08-10T14:57:00","slug":"bruno-schreibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2012\/08\/10\/bruno-schreibt\/","title":{"rendered":"Bruno schreibt:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pilgern bewegt..<\/strong><\/p>\n<p>Ich, Bruno, schreibe hier in Arad in Westrumaenien einen Bericht ueber meine erfahrungen in bald drei wochen friedenspilgern.<br \/>\nob ihr es bericht nennen werdet, weiss ich nicht, vielleicht ist es mehr ein Klangbild oder eben &#8230;Bild, Farben, Formen..<\/p>\n<p><strong>das erste Bild<\/strong><br \/>\nFr. 3.8. Die Grenze. Rumaenien.<br \/>\nDie Gruppe: Thomas, Magdalena, Paulin und ich.<br \/>\ndie Dorfstrasse.<br \/>\nes werden rasch zwoelf Menschen, Frauen, Maenner, Kinder, die uns<br \/>\numringen. eine sprache ist bald gefunden, diesmal ist es mein italienisch das hilft.<br \/>\nwinnetou, Haeuptling erscheint!<br \/>\nbei ihm finden wir alles fuer die Nacht:<br \/>\nBetten werden ueberzogen, Wasser vom Brunnen geholt und erhitzt.<br \/>\nDas gibt ein rauschendes Bad!<br \/>\nWer steht denn da in der gruenen Muelltonne eingeseift und taucht jetzt ab? Wie gut Winntou meinen verschwitzten Ruecken waescht!<br \/>\nDie Gemuesesuppe von Valeria schmeckt wunderbar.<br \/>\nAn unserem Abendkreis nehmen die Kinder teil.<br \/>\nPaulin zeigt body percussion. Sergio lernt schnell. er strahlt.<br \/>\nDie Eltern ziehen sich mit den drei Kindern in einen Raum zurueck.<\/p>\n<p><strong>das zweite Bild<\/strong><br \/>\nSo 5.8.<br \/>\nMarcel arbeitet in Wels, Oesterreich.<br \/>\nIch habe eine Bitte an euch, sagt er: seid heute meine Gaeste!<\/p>\n<p>Seit zehn Tagen ist er gluecklicher Papa von Lukas!<br \/>\ner ist mit seiner Frau und Lukas gekommen, der Papa ist gestorben.<br \/>\ndas begraebnis war gestern. die ganze Familie ist versammelt um die Mamma Joanna. die Umarmung und die Kuesse von Magdalena tun Joanna gut.<\/p>\n<p><strong>das dritte Bild<\/strong><br \/>\nMo.6.8. Im Paradies.<br \/>\ndie Mures (in Ungarn heisst er Maros) der Fluss begleitet uns schon einige Tage. die Stroemung ist betraechtlich, das Wasser warm und nicht tief, es gibt Sandbaenke und Inseln.<br \/>\nWir beschliessen auf Robinson-island ueber Nacht zu bleiben.<\/p>\n<p>wir hocken im Sand, Stille um uns. ein Fisch springt.<br \/>\ndieser Vogel in den Pappeln, sein TwiTwi taeuscht mich.<br \/>\nes klingt ganz wie Magdalenas Lachen.<br \/>\ndie Sonne geht unter, wir duerfen es sehen, staunen.<br \/>\nwir treten ein ins Schweigen, es breitet sich in uns aus.<br \/>\nLoslassen. Augenblick. Kein Gedanke.<br \/>\nTrockene Aeste finden sich leicht fuer ein loderndes Feuer.<br \/>\nder Sternenhimmel breitet sich ueber uns aus.<br \/>\nEin Komet. spaeter der Mond.<br \/>\nEin Geschenk.<\/p>\n<p><strong>das vierte Bild<\/strong><br \/>\nMi.8.8.<br \/>\nwir konnten in der Abtei monasterio Hodros Bodrog uebernachten.<br \/>\nIch denke an den Speisesaal, refektorium, die waende geschmueckt mit hunderten Ikonen und an die Fuelle von Rosen im Garten, weisse, rote, gelbe.<\/p>\n<p>eine faehre ueber die Mures soll es hier geben.<br \/>\nsie soll uns auf die andere seite bringen.<br \/>\ndurch den Nationalpark wollen wir heute auf schattigen wegen Arad erreichen.<br \/>\nwir finden die Faehre. Da ist kein Faehrmann, wir werden es sein.<\/p>\n<p>Braucht es ein Ruder? ein Steuer? gelegenheit zu lernen.<br \/>\nSo leicht ist es ueber den Fluss zu kommen, wenn unser Schiff die gute Neigung zur stroemung einnimmt, indem wir das stahlkabel am richtigen haken einhaengen: wir erleben ein Schweben ueber den Fluss!<br \/>\nes ist der fluss selbst der uns auf sein anderes ufer bringt!<br \/>\nHol ueber Faehrmann!<\/p>\n<p>Das Bild vom anderen Ufer hat Buddha Shakyamuni oft angesprochen.<br \/>\nIch denke daran und schliesse einen Wunsch an fuer mich und Alle.<\/p>\n<p><strong>das fuenfte Bild<\/strong><br \/>\ngross, riesig koennen die Felder sein hier im Land:<br \/>\nKornfelder, Maisfelder &#8211; nahezu reife Pflanzen, Sonnenblumenfelder, Klee&#8230;<br \/>\nPaulin ist Pfadfinder, doch wir beschliessen den weg gemeinsam.<br \/>\nWir moechten wieder zum Fluss. ein Feld liegt dazwischen, abgeerntet, gepfluegt in grossen dunklen Schollen. Gute Erde.<\/p>\n<p>Heiss ist es unter der Mittagssonne, immer wieder kommt Erde in die Sandalen. den Weg finden zwischen den Furchen. Atmen: ein. aus. ein&#8230; gehen. Schritt fuer schritt. nicht denken an die Entfernung, an ein Ziel, Erwartung haben kann weh tun!<\/p>\n<p>Sicher, da ist Muehe, Plage und doch..<br \/>\nfuehle ich mich so leicht und froh!<br \/>\nRutschen wir von einem Sonnenstrahl zum anderen?<br \/>\ndazu passt&#8230;<br \/>\nThomas hat das Bild vom Regenbogen, aufgespannt zwischen szeget und arad,<br \/>\nden beiden etwa gleich grossen Staedten in den beiden Laendern Ungarn und Rumaenien ..im gemeinsamen Gehen wie ein Regenbogen miteinander verbindend.<\/p>\n<p>Ich frage mich: Was sollte fehlen?<br \/>\nImmer wieder Wunder. Staunen. das ist es.<br \/>\nFlore kommt laechelnd ueber die Strasse mit dem grossen Teller Fruechte.<br \/>\nBei dem grossen Haus: Wir klopfen an, es wird uns aufgetan.<br \/>\nunsere erstaunte frage: Haben sie auf uns gewartet?<br \/>\nIch hoere ein JA! .. und kann es glauben!<\/p>\n<p>so mein Bericht von Menschen, unserer gemeinschaft, der natur,<br \/>\nwas ich euch berichten darf. Worueber ich mich freue, weil ich es gerne tue.<\/p>\n<p><strong>auch noch dieses Bild vom Alltag<\/strong><br \/>\nmacht betroffen, gehoert dazu..<br \/>\nWir erfragen Einkommen, erleben Preise in den geschaeften..<br \/>\nund ahnen was das bedeutet!<br \/>\nWir sehen Artikel in Westen gekauft weil sie dort billiger sind.<br \/>\nWir sprechen es an. Der eigene Gemuese und Obstgarten, die Huehner im Hof,<br \/>\nein Feld Kartoffel muss helfen und..<br \/>\nMenschen, die in Westeuropa leben, arbeiten fuer Jahre,<br \/>\noft in saison, fuer Monate, dazwischen die Heimfahrten zur familie.<\/p>\n<p><strong>letztes Bild<\/strong><br \/>\ngehen in der Gemeinschaft<br \/>\nmein Sein erweitert sich, grenzen werden durchlaessig&#8230;<br \/>\nThomas, Paulin, Magdalena und Michael und Susanne &#8230;<br \/>\nich finde sie jetzt immer mehr in mir&#8230;<br \/>\nund mich in ihnen, in Dir&#8230;<br \/>\nda verstummen Einwaende.. werden leiser&#8230;unwichtig..<br \/>\nFreude ueber deine Freude macht mich reicher&#8230;<\/p>\n<p><strong>Jetzt soll die Glocke sprechen.<\/strong><br \/>\nIch lade ihre feine Stimme ein. drei mal.<br \/>\nund wir verneigen uns, die Haende gefaltet,<br \/>\nverbunden im Herzen.<br \/>\nWie schoen, dass du mir zugehoert hast!<br \/>\nEin Laecheln zu dir.<br \/>\nBruno<br \/>\nArad, Freitag 10.8.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pilgern bewegt.. Ich, Bruno, schreibe hier in Arad in Westrumaenien einen Bericht ueber meine erfahrungen in bald drei wochen friedenspilgern. ob ihr es bericht nennen werdet, weiss ich nicht, vielleicht ist es mehr ein Klangbild oder eben &#8230;Bild, Farben, Formen.. das erste Bild Fr. 3.8. Die Grenze. Rumaenien. Die Gruppe: Thomas, Magdalena, Paulin und ich. 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