{"id":706,"date":"2012-05-24T19:38:13","date_gmt":"2012-05-24T17:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=706"},"modified":"2012-05-24T19:38:13","modified_gmt":"2012-05-24T17:38:13","slug":"wuste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2012\/05\/24\/wuste\/","title":{"rendered":"W\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>Von Krustetten geht heute die Reise \u00fcber Traismauer bis nach Zwentendorf sozusagen in Luftlinie. Zuerst komme ich an der Wetterkreuzkirche vorbei. Diese wurde errichtet, damit sie die Blitze und das schlechte Wetter von den Menschen abhalten sollte. Tragischerweise wurde sie dann selbst 2 mal von Blitzen getroffen. Sozusagen hat sie zumindest in diesen 2 F\u00e4llen die Blitze ferngehalten. An dieser Kirche auf einer Anh\u00f6he habe ich mein M\u00fcslifr\u00fchst\u00fcck in meiner allseits genutzen Tupperschale. Vor Wagram komme ich durch eine 10 Meter hohe Schlucht, die teils eine Kellergasse ist mit Lagerst\u00e4tten f\u00fcr Wein. Wundersch\u00f6n.<br \/>\nIn Traismauer sehe ich ein Schild, was sagt: 54 km nach Wien. Also rechne ich mir aus, dass, gehe ich noch 14 km ich es die beiden Tage danach recht bequem habe. Nach Traismauer gehe ich durch Feldergegend. Der Wind weht von Ost und er bringt etwas Schweres mit sich. Ich frage mich, ob das ein Gru\u00df oder eine Erahnung dessen ist, was mich in Ungarn und Rum\u00e4nien erwarten wird. Es ist dr\u00fcckend. Rechts und Links Felder. Daneben kein Platz f\u00fcr oder Ruh. Das einzige was ich finde ist ein kleiner 4-eckiger Teich, in dem wundervolle Seerosen bl\u00fchen. Hier habe ich meine Mittagspause.<br \/>\nNach Oberbierbaum dr\u00fccken meine Sandalen mehr und mehr. (Siehe auch Artikel Sandalen und Sandalen II) Ich denke an den Schuster, meine neuen Innensohlen und die schmerzenden Stellen an meinen F\u00fcssen. Zudem muss ich bei heissen F\u00fcssen immer noch Socken tragen, damit sich Fu\u00dfsohle nicht mit Innensohle des Schuhs verklebt und sich noch gef\u00e4hrliche Blasen am vorderen Ballen bilden. Auch die kleine Zehe rechts st\u00f6\u00dft auf Widerstand. Der Weg ist steinig und eint\u00f6nig. Nirgends ist eine Bank oder eine Stelle f\u00fcr eine kleine Rast. Ich befinde mich angeblich in der Natur, rechts und links Felder und doch kann ich mich nicht recht \u00fcber alles freuen. Ich weiss, hier ist alles gespritzt, eigentlich vergiftet. Die Erde ist hier belastet und ich kann es f\u00fchlen. Ich nehme eine \u00dcbung, die mir Bruno vor einigen Tagen gezeigt hat, atme alles Negative ein und versuche es in meinem Herzen zu verwandeln. An der rechten Seite meines Weges gibt es ein paar Baggerl\u00f6cher, an denen H\u00e4user gebaut sind. Erholungs- bzw. Wohnh\u00e4user. Am n\u00e4chsten Baggerloch wird noch gearbeitet. Dies soll wohl so was wie nen Campingplatz werden. Ein Bagger schichtet riesige Steine zu haushohen Campingbuchten auf. Die Baggerl\u00f6cher scheinen eingez\u00e4unt, da entdecke ich einen Eingang und st\u00fcrze zum Wasser. Ich komme mir vor wie &#8222;angekommen in einer Oase&#8220; benetze mein Gesicht und meinen Kopf mit Wasser. Ich f\u00fchle mich wie ausgetrocknet, habe aber nicht Durst, sondern f\u00fchle mich energetisch so leer.<br \/>\nDie an der Wegstrecke liegenden Tier-KZ\u00b4s haben ihr weiteres dazu beigetragen. Von aussen wirken diese Geb\u00e4ude immer so sauber und unschuldig &#8211; was drinnen passiert kann ich an den grossen runden G\u00fcllebeh\u00e4ltern erahnen, die mit den Ausscheidungen der Tiere gef\u00fcllt sind. Es ist bedauerlich, was wir mit der Sch\u00f6pfung, mit der Natur, mit den Lebewesen, mit Mutter Erde anstellen. Ich leide.<br \/>\nAbends komme ich ersch\u00f6pft in Zwentendorf an und finde Unterschlupf bei dem ehemaligen Pastoralreferent Michael L., der letztes Jahr aus Dankbarkeit den Jakobsweg von hier gegangen ist (3.100 km). Die ganze Gemeinde kennt ihn und seinen Weg nach Compostella. Ich erfahre, dass es bis Wien noch 60 km sind?? H\u00e4h.<br \/>\nIch beschliesse, nicht weiter an der Donau entlangzulaufen, sondern den direkten Weg nach Wien zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Krustetten geht heute die Reise \u00fcber Traismauer bis nach Zwentendorf sozusagen in Luftlinie. Zuerst komme ich an der Wetterkreuzkirche vorbei. Diese wurde errichtet, damit sie die Blitze und das schlechte Wetter von den Menschen abhalten sollte. Tragischerweise wurde sie dann selbst 2 mal von Blitzen getroffen. 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