{"id":543,"date":"2011-04-14T21:08:51","date_gmt":"2011-04-14T19:08:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=543"},"modified":"2011-04-14T21:08:51","modified_gmt":"2011-04-14T19:08:51","slug":"aus-friedrichshafen-am-bodensee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2011\/04\/14\/aus-friedrichshafen-am-bodensee\/","title":{"rendered":"Aus Friedrichshafen am Bodensee"},"content":{"rendered":"<p>Es ist 20:20 Uhr. Ich habe Zeit, den ganzen Abend den Blog zu erg\u00e4nzen. Und doch&#8230;.. sitze in einem Spielcasino mit Internetanschluss. Die Musik ballert in mein Hirn. Der Rauch&#8230;.. ob ich mich wohl konzentrieren kann?<br \/>\nIn Konstanz hab ich auch schon einen Versuch unternommen, fehlgeschlagen. Vielleicht kusiert da die Internet-Mafia (falls es sowas gibt-zu teurer) und da, wo es nicht unbedingt zu teuer war, war es schlecht zu bedienen &#8211; und ohne Sitzplatz. Falsche Taste gedr\u00fcckt und all mein bereits geschriebener Text war weg. Nun denn, ich versuchts:<\/p>\n<p>Es ist superviel geschehen, seit ich das letzte Mal geblogt habe. Ich werde mal nicht in der Reihenfolge der Ereignisse berichten, gibt mir ein bisschen mehr Freiheit, zu sehen, wann ich nicht mehr kann.<\/p>\n<p><strong>Schweiz verlassen<\/strong><br \/>\nEs war sch\u00f6n in der Schweiz. Hat mir gefallen.<br \/>\nNach Z\u00fcrich war ich erst mal in D\u00fcbendorf, bei Deutschen &#8222;Gastarbeitern&#8220;. Die hatten Einiges zu berichten, von Ihren Schwierigkeiten, in einem fremden Land. Von Vorbehalten der Schweizern gegen\u00fcber Deutschen, von Problemen bei der Arbeitssuche, und auch von ihren Schwierigkeiten, Schweizer\u00a0Freunde zu finden. Irgendwie waren die\u00a0beiden, wie sie\u00a0sagten, quasi alleine, sie hatten sich selbst und ihren Hund. Bei der Arbeitssuche\u00a0hatte\u00a0sich Sabine bald angew\u00f6hnt, vor der Bewerbung vorher mal anzurufen und zu fragen, ob\u00a0sie \u00fcberhaupt Deutsche nehmen. Manchmal sagten\u00a0die Arbeitgeber ganz offen am Telefon: Falls sich niemand anderes bewirbt. Wenn sie mal Schweizer auf einen Kaffee eingeladen hatten, haben die ein, zwei mal abgelehnt. Sp\u00e4ter haben diese einfach die Stra\u00dfenseite gewechselt, um Sabine und Gerd aus dem Weg zu\u00a0gehen.<br \/>\nAls ich in D\u00fcbendorf ankam, kam ich mit zwei Ausl\u00e4ndern ins\u00a0Gespr\u00e4ch, einer Latino, der andere Afrikaner. Der\u00a0Latino hatte offensichtlich\u00a0Schwierigkeiten, das Schweizer &#8222;ch&#8220; auszusprechen, er\u00a0bem\u00fchte sich so sehr, dass ich\u00a0mir dabei schon\u00a0fast Sorgen um seine Gesundheit machen musste, h\u00f6rte sich so an,\u00a0als ob er gleich in einen W\u00fcrgeprozess k\u00e4me oder quasi schon drin ist. Auf\u00a0jeden Fall ging es um meine Hose, die nur so von bunten Flicken \u00fcbers\u00e4t ist. Die ist sch\u00f6n bunt, meinten beide zu mir. Der Latino f\u00fcgte traurig noch an: In S\u00fcdamerika habe ich auch immer bunte\u00a0Sachen getragen.<\/p>\n<p>Auf dem Weg nach Winterthur ging ich teils an der Bahntrasse entlang und wunderte mich \u00fcber die Enge\u00a0Zugfolge. Markus erkl\u00e4rte mir\u00a0sp\u00e4ter, dass die Schweiz ein Blocksystem eingef\u00fchrt hat, und dies nach und nach in ganz Europa umgesetzt werden soll. Zwei Z\u00fcge k\u00f6nnen niemals im gleichen Block fahren, eine h\u00f6here Zugfolge und damit\u00a0bessere Auslastung ist dadurch m\u00f6glich.\u00a0\u00a0Insgesamt hat die Schweiz ein absolut toptolles \u00f6ffentliches Verkehrssystem. Man gelangt so gut wie \u00fcberall hin mit Bus und Bahn, und das mit angenehmen Fahrzeiten und Top-Verkehrsmitteln. Da gibt es nichts zu deuteln &#8211; da ist die Schweiz ein absolutes Vorbild. Und die Z\u00fcge sind auch leiser, wenn sie bremsen.<br \/>\nDie Stadt Winterthur hat schon mehrfach Preise f\u00fcr ihre Fahrradfreundlichkeit bekommen. Das konnte ich mir zusammen mit Carla und Markus im Selbsttest erfahren. Ist gibt auch alle m\u00f6glichen Fahrradstrassen und tolle Fahrradwege abseits. Auf den Hauptrouten teilen sich die Fahrr\u00e4der allerdings meist die Strasse mit den Autos &#8211; es ist einfach nur eine Spur f\u00fcr Fahrr\u00e4der markiert.<\/p>\n<p>In der Schweiz hatte ich auch ein paar Mitpilger. 2 f\u00fcr einen halben Tag, 2 f\u00fcr einen ganzen Tag. Hat mich sehr gefreut. Dank an Andrew, Gerd \u00a0und Elisabeth.<\/p>\n<p><strong>Baum<\/strong><br \/>\nAm vorletzten Tag in der Schweiz war es mal wieder richtig warm. Die Sonne stach und ich hatte mir vorgenommen, an diesem Tag noch bis zu einem bestimmten Ort zu kommen, damit ich am Folgetag morgens bereits nach Kreuzlingen (CH) und Konstanz (D) einlaufen konnte.<br \/>\n2 Pausen hatte ich bereits gemacht. Bei einer dieser Pausen hatte mich auch schon ein Baum eingeladen, in seinem Schatten zu rasten.<br \/>\nAlso, es war so etwa gegen 15:30 Uhr als ich einen wundersch\u00f6nen, bl\u00fchenden grossen (vermutlich) Birnenbaum sah. Er stand etwas ab\u00a0von der Strasse und ich bewunderte seine wunderbare Sch\u00f6nheit und Pracht der Bl\u00fcten. Schliesslich h\u00f6rte ich: Komm\u00a0zu mir in meinen Schatten und ruhe Dich ein wenig aus. Es war deutlich eine Einladung von diesem Baum. Aber ich wollte doch weitergehen, dachte ich so bei mir. Nein, das kann ich\u00a0jetzt nicht machen, wenn ich mich jetzt zu diesem Baum begebe, komme ich aus meinem Zeitplan. Die Einladung stand weiter von diesem Baum und er wiederholte sie. Ich entschied mich dagegen und ging weiter. Immer wieder schaute ich mich zu dem Baum um &#8211; so eine eindringliche Einladung. Aber ich ging weiter. Nur ein paar\u00a0hundert Meter weiter\u00a0bemerkte ich, dass ich wirklich eine Pause brauchte, die Sonne so auf meine Birne stach, trotz\u00a0Schirmm\u00fctze. Aber ich ging nicht zur\u00fcck &#8211; wegen der Zeit?!?!? Aber ich schaute immer wieder zu dem wunderbaren Baum, w\u00e4hrend ich an einer anderen unbequemeren Stelle\u00a0an einem Betonpfahl lehnte und mir f\u00fcr meinen\u00a0Kopf einen Sonnenschutz aus meinem Pullover\u00a0gebastelt hatte. Das passiert mir hoffentlich\u00a0nicht noch mal, dass ich eine so tolle Einladung ausschlage.<br \/>\nNachdem ich die Pause etwa 300 Meter von dem bl\u00fchenden Baum entfernt\u00a0beendet hatte, verbeugte ich mich in seine Richtung und ging weiter.\u00a0Aber was hatte ich\u00a0verpasst: Die Begegnung mit diesem Baum, ihn\u00a0zu sp\u00fcren und seinen Schatten zu geniessen &#8211;\u00a0und das bei bestem Alpenausblick. Und ich hatte verpasst diese\u00a0wunderbare Einladung\u00a0gepaart mit der Weisheit dieses Baumes anzunehmen.\u00a0Abends und am n\u00e4chsten Tag dachte ich noch ganz oft an diesen Baum, jetzt auch noch manchmal. Ich weiss auch genau wo er steht. \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist 20:20 Uhr. Ich habe Zeit, den ganzen Abend den Blog zu erg\u00e4nzen. Und doch&#8230;.. sitze in einem Spielcasino mit Internetanschluss. Die Musik ballert in mein Hirn. Der Rauch&#8230;.. ob ich mich wohl konzentrieren kann? 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