{"id":474,"date":"2010-10-13T11:27:23","date_gmt":"2010-10-13T09:27:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=474"},"modified":"2010-10-13T11:27:23","modified_gmt":"2010-10-13T09:27:23","slug":"erfahrungen-ohne-geld-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2010\/10\/13\/erfahrungen-ohne-geld-und-mehr\/","title":{"rendered":"Erfahrungen &#8222;ohne Geld&#8220; und mehr"},"content":{"rendered":"<p>Liebe LeserInnen,<br \/>\nwir, Helge und ich (siehe Extrabericht von Helge) sind z.Zt. in Kehl, heute Mittag kommen wir in Stra\u00dfburg an.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ohne Geld&#8220;<br \/>\n<\/strong>Der erste Tag nach Karlsruhe und ohne Geld, war von z\u00f6gerlichem Nachfragen gepr\u00e4gt. Im Naturkostladen &#8211; belegtes Br\u00f6tchen bekommen -, auf dem Markt &#8211; Apfel erhalten. Etwas scheu war ich noch, nachzufragen, doch Erfolg hatte ich schon. Ich bekam vielleicht nicht unbedingt das, was ich wollte und die Reaktionen waren anders als ich vermutet hatte, doch schliesslich hatte ich was zu Essen. Dann fand ich noch allerhand Maronen, die es am Abend gab. Da hatte ich eine etwas kalte unfertig renovierte Ferienwohnung im Keller. Erst nach einiger Zeit fand ich dort heraus, da\u00df der Gasherd schon funktionierte. Da ich nur wenig Wasser hatte &#8211; nur die Klosp\u00fclung funktionierte &#8211; rationierte ich mir das Wasser f\u00fcr Z\u00e4hneputzen und die zu kochenden Maronen ein.<br \/>\nIrgendwie war es aber insgesamt nicht so schwierig, nach Essen zu fragen, da ich ja schon seit Jahren abends nach dem Quartier frage.<\/p>\n<p>Helge kam dann in Rastatt dazu. Am Abend suchten wir dann gemeinsam das erste gemeinsame Quartier. Ich hatte noch 4 \u20ac in der Tasche, Helge hatte sich auch entschieden, ganz ohne Geld zu gehen.<br \/>\nBei der ersten Anfrage bekamen wir erst mal eine leckere K\u00fcrbissuppe. Hmmmh. Am 2. Haus, an dem wir anfragten, kamen wir mit einer netten \u00e4lteren Dame ins Gespr\u00e4ch. Sie wollte uns aber nicht einladen, hatte eine Empfehlung &#8211; die Gastst\u00e4tte Kreuz im Dorf &#8211; und gab uns zum Abschied 20 \u20ac in die Hand &#8211; uuuppppps!!! Wir fragten in der Gastst\u00e4tte und ernteten ein unfreundliches\u00a0&#8222;No&#8220;, \u00a0geht gar nicht, nicht ohne Bezahlung. Es folgten etliche Versuche, auch am Pfarrhaus -keiner da &#8211; alles Absagen.\u00a0Bei der Begegnung mit einer Frau, die gerade mit dem Auto nach Hause kam, hielten wir pl\u00f6tzlich weitere 30 \u20ac in der Hand. Sie sagte, sie spende \u00f6fter mal etwas Geld,\u00a0und jeder Mensch h\u00e4tte sich mal f\u00fcr eine Aufgabe oder Berufung entschieden. Wir\u00a0w\u00fcrden jetzt unsere Aufgabe wahrnehmen und sie m\u00f6chte das Projekt unterst\u00fctzen. So waren es nun 50 \u20ac geworden, was sollte das bedeuten? Wollten wir nicht ohne\u00a0Geld gehen? Sollten wir jetzt zur\u00fcck in die Hotelgastst\u00e4tte und dort noch\u00a0mal nach einem Zimmer fragen, obwohl die Herbergschefs uns &#8222;wahrscheinlich vorgeflukert&#8220; hatten, da\u00df alle\u00a0Betten und Zimmer belegt seien? Nach vielem Hin und\u00a0Her mit unser eigenen Verwirrung gingen wir zur\u00fcck in die Gastst\u00e4tte. Dort stand aber keiner hinter dem Tresen. Die G\u00e4ste dort meinten, da k\u00e4me schon gleich jemand. Nach etwa 2 Minuten wurden wir\u00a0von einem Tisch angesprochen, 3 Monteure, wie sich sp\u00e4ter herausstellte. Einer davon fragte, ob wir die aus dem Fernsehen seien, die\u00a0barfu\u00df \u00fcber die Alpen gehen (Ich hatte\u00a0keine Socken in den Sandalen an). Nach kurzem Gespr\u00e4ch boten die 3 uns noch 2 freie Betten in deren\u00a0gemieteter Ferienwohnung an. Quartier gefunden. Schliesslich bekamen wir von der Wirtin, die vorher so unfreundlich auf uns reagiert hatte,\u00a0ein Getr\u00e4nk auf Kosten des Hauses angeboten &#8211;\u00a0das war das vielleicht erstaunlichste des Abends.<\/p>\n<p>Nun hatten wir also 50 \u20ac, obwohl wir ohne Geld laufen wollten. Was tun.\u00a0Nun hatten wir ein neues Problem. Wir wollten ohne Geld laufen, hatten aber welches. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Das hat uns dann vielleicht noch so 2 Tage besch\u00e4ftigt. Haben beschlossen, da\u00df wir dieses Geld benutzen, f\u00fcr\u00a0Dinge, um die man vielleicht nicht bitten kann, bzw. und Dinge, die es gerade nicht im &#8222;Angebot&#8220; gibt, hei\u00dft f\u00fcr den Notfall.<\/p>\n<p>Sogar hier im Internet-Cafe in Kehl ist es uns gelungen, diesen Eintrag kostenlos machen zu k\u00f6nnen. Freu.<\/p>\n<p>Ansonsten war hier gestern abend in Kehl eine kleine\u00a0fast theaterreife\u00a0Inzenierung im Gange. Erst die Suche nach einem Quartier. Ich dachte schon, da\u00df wir eine Zusage in der Jugendherberge vor Ort h\u00e4tten. Dies stellte sich dann als Mi\u00dfverst\u00e4ndnis heraus und es hat mich total runter gezogen. Nach etwa 2 st\u00fcndigem Suchen konnte ich einfach nicht mehr. Durch ein bisschen hin und her und einigen Telefonaten mit Menschen, die uns ihre Hilfe angeboten hatten,\u00a0falls wir nichts finden (und dann noch einer\u00a0Ersch\u00f6pfungskrise) wuselte es dann\u00a0pl\u00f6tzlich um\u00a0uns herum. Ich kann noch nicht mal sagen, wieviele freundliche Helferinnen der kath. Kirchengemeinde Nepomuk \u00a0es waren, aber\u00a06-8 mindestens, die jetzt\u00a0bem\u00fcht\u00a0waren uns zu helfen und alle n\u00f6tigen\u00a0Nachtzutaten (Decken und\u00a0Unterlagen)\u00a0und was zu Essen vorbeibrachten. Tats\u00e4chlich konnten wir\u00a0das alles gar nicht essen. Total alle sank ich zu Bett. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\nEs folgten noch Einladungen zum Fr\u00fchst\u00fcck und sogar Mittagessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe LeserInnen, wir, Helge und ich (siehe Extrabericht von Helge) sind z.Zt. in Kehl, heute Mittag kommen wir in Stra\u00dfburg an. &#8222;Ohne Geld&#8220; Der erste Tag nach Karlsruhe und ohne Geld, war von z\u00f6gerlichem Nachfragen gepr\u00e4gt. Im Naturkostladen &#8211; belegtes Br\u00f6tchen bekommen -, auf dem Markt &#8211; Apfel erhalten. 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