{"id":279,"date":"2009-10-11T18:12:08","date_gmt":"2009-10-11T16:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=279"},"modified":"2009-10-11T18:12:08","modified_gmt":"2009-10-11T16:12:08","slug":"auf-den-pfaden-des-opas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2009\/10\/11\/auf-den-pfaden-des-opas\/","title":{"rendered":"Auf den Pfaden des Opas"},"content":{"rendered":"<p>7.10. Holthusen &#8211; Papenburg<br \/>\n8.10. Bockhorst<br \/>\n9.10. Esterwegen<\/p>\n<p>Papenburg ist ne richtig nette Stadt, moechte ich noch anmerken. Viele Kanaele und alles richtig schoen gestaltet. Der Hauptkanal war uebrigens schon mal zugedeckelt. Die Stadt hat gelernt und alles wieder aufgerissen und, wie gesagt jetzt ganz liebevoll gestaltet.<\/p>\n<p>Es sollte uebringens gar nicht weit nach Bockhorst sein, und doch waren es dann satte 18 km. Dabei war ich erst gegen Mittag gestartet.<br \/>\nBei meinen Gastgebern unterhielten wir uns auch ueber Biogasanlagen. Gertrud sagte, sie findet die gar nicht gut. Theo fand sie klasse. Er hat ein paar von seinen Feldern verpachtet und eines davon wurde heute Morgen, waehrend des Fruehstuecks abgeerntet. Ich fragte, ob der Mais auch fuer Biogasanlagen gedacht ist. Ja! Meine Anmerkung dann:\u00a0Unsere ganze Landschaft wird sich veraendern. Theo daraufhin: Kann ich nicht feststellen, auf diesem Feld stand schon immer Mais.<\/p>\n<p><strong>Auf den Pfaden des Grossvaters<\/strong> \/ Konzentrationslager Esterwegen<br \/>\nIn Papenburg hatte ich mir noch das DIZ angesehen. Das ist ein Dokumentationszentrum fuer die Emslandlager waehrend der Nazi-Zeiten. Mein Grossvater war 9 Monate in 1933 in Esterwegen als politischer Haeftling in einem Konzentrationslager und musste im Moor arbeiten. Obwohl er nie politisch taetig war. Ein unbedachter harmoser Kommertar brachte ihm die 9 Monate ein.<br \/>\nEr hat nie darueber geredet und doch sind seine Erlebnisse als Konsequenzen in unserer Familie etabliert worden. Dieses: &#8222;Ich muss aufpassen was ich sage&#8220; und &#8222;Ich darf nichts verkehrtes sagen&#8220; kenne ich auch aus meiner Biographie. Vor ein paar Wochen wurde mir bewusst, dass ich dieses Thema von meinem Grossvater geerbt habe. Und es ist spannend, so genau die Ursache gefunden zu haben. Durch Vergebungsarbeit habe ich diese Themen bez\u00fcglich meiner eigenen Biographie bereits seit l\u00e4ngerem aufgearbeitet, hab aber beim Pilgern noch, dadurch, das mir die Ursache so bewu\u00dft wurde, etwas nachgearbeitet.<\/p>\n<p>\u00dcbertags bin ich durch das Moor gelaufen. Es war spannend barfu\u00df auf dieser Erde zu laufen, sch\u00f6n f\u00fchlte es sich an und gleichzeitig war ich auch traurig, das die Erde auf einer so gro\u00dfen Fl\u00e4che aufgerissen ist. Auch heute noch wird hier Torf abgebaut, teils durch einzelne Bauern, die den Torf mit einer Maschine stechen. Aber ansonsten im gro\u00dfen Stil. Mit 5000 ha ist es das gr\u00f6\u00dfte Torfabbaugebiet Europas. Die KZ &#8211; Insassen hatten jeden Tag &#8211; lt. einem Mitarbeiter der Abbaufirma &#8211; 14 qm\u00b3 Torf\u00a0 zu stechen, und das meisst mit leerem Magen.<\/p>\n<p>Gestern, 10.10., kamen meine Eltern nach Esterwegen, um auch mal gemeinsam zu schauen. Die 3 Nonnen, die vor Ort ein kleines Kloster etabliert haben, haben uns noch recht viele spannende Sachen berichtet. Dieses ehemalige KZ wird nun aus Gedenkst\u00e4tte ausgebaut.\u00a0 In der N\u00e4he gibt es noch einen Friedhof mit verstorbenen Insassen, den wir auch besichtigten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7.10. Holthusen &#8211; Papenburg 8.10. Bockhorst 9.10. Esterwegen Papenburg ist ne richtig nette Stadt, moechte ich noch anmerken. Viele Kanaele und alles richtig schoen gestaltet. 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