{"id":1861,"date":"2014-11-11T11:57:06","date_gmt":"2014-11-11T09:57:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steppps.net\/steppps\/?p=1861"},"modified":"2014-11-11T12:08:09","modified_gmt":"2014-11-11T10:08:09","slug":"maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2014\/11\/11\/maenner\/","title":{"rendered":"Maenner"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freunde,<br \/>\ndies ist eine besondere Geschichte und den Maennern dieser Welt gewidmet!!<\/p>\n<p>In Tatev treffe ich auf Norro (wie Zorro), der ein Hostel gebaut hat. Tatsaechlich wusste ich dies bei der ersten Begegnung nicht. Die fand auf einem Parkplatz statt. Er mit anderen Maennern, Arbeitern, sind gerade beschaeftigt, fuer diesen Ort eine Toilettenanlage zu bauen. Die wird gebraucht fuer die Touristen, die mit der spaektakulaeren Seilbahn von einer Hoehe von 320 Meter auf 1.600 Meter gebracht werden, in diesen einfachen Ort, der eine Klosteranlage beherbergt und umringt ist von wunderschoenen Bergen.<br \/>\n&#8211; In wievielen Unerkuenften hab ich schon geschlafen, wo Arbeiter untergebracht werden, mit so gut wie gar keinem Luxus, einfach Bett und eine Kochgelegenheit, manchmal ist alles ziemlich heruntergekommen. &#8211;<br \/>\nNun, diesen Arbeitern geht es etwas besser, sie schlafen in dem Hostel und Norro ist auch fuersorglich, gemeinsam wird gekocht, und er achtet darauf, dass auch wieder aufgeraeumt wird. Allerdings haben sie noch nicht mal nen extra Raum, sie schlafen in dem Aufenthalts- und Kuechenraum. Wie anspruchslos oder vermeintlich anspruchlos auch diese Maenner sind&#8230;. Sie schaffen den ganzen Tag, draussen, um etwas Neues zu bauen, fuer die Gemeinschaft, in diesem Fall fuer ein Dorf, und abends ist es wie selbstverstaendlich, dass sie sich mit Einfachstem begnuegen. Schlafen, Arbeiten, 6 Tage die Woche, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.<br \/>\nUnd diese Maenner, die Arbeiter im Allgemeinen, spielen diese Maennerspiele. Man(n) muss wichtig und gut sein, besser als die Anderen, stark, grob gehoert auch ein bisschen dazu, trinkfest, darf keine Schwaeche zeigen&#8230;&#8230;., Man(n) muss Fleisch moegen und Rauchen ist sowieso toll&#8230;.. Wer das nicht macht, hats schon nicht soooo einfach. Natuerlich ist trotzdem auch eine gewisse Fuersorge dabei, sonst wirds naemlich fies&#8230;. aber die ist manchmal versteckt und leise.<br \/>\nSonst ist Man(n) schnell nen Weichei oder nicht Mann genug.<br \/>\n(Wie sehr hab ich immer schon unter diesem Gehabe gelitten, und dass, was von mir als einem &#8218;Mann&#8216; erwartet wird. Das nur nebenbei)<br \/>\nHeute ist dies nur eine Einleitung zu dem, was mich am naesten Tag erwartet. Ausserdem hab ich inzwischen gelernt, ich zu sein, diese Spiele nicht mitzumachen. Aber auch hier ist es schon ein bisschen schwierig, keinen Alkohol zu trinken, kein Fleisch zu essen. Aber alles noch total fair. Norro kontrolliert die Szene und ist bedacht, dass sich seine Gaeste wohlfuehlen. Er ist der Inhaber und die Anderen ordnen sich seinem Verhalten unter&#8230;..<\/p>\n<p>&#8230;..<\/p>\n<p>Gerne waere ich hier ein, zwei Tage geblieben. Trotz Sisian und den 3 Tagen Pause, koennte ich noch mal Ruhe gebrauchen, und die Umgebung ist einfach herrlich. Aber ich frage nicht nach, auch nicht am naechsten Morgen, hab auch etwas gefroren im Hostel, obwohl ich mir von den anderen Betten 3 Decken uebereinandergelegt habe, aber die waermen irgendwie wenig &#8211; und so gegen 3 Uhr morgens wirds dann irgendwie ungemuetlich.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>Der naechste Pass wartet, wieder auf ca. 2200 Meter rauf, diesmal alles einfach zu finden, eine kleine Strasse, fast ungenutzt, mit vereisten Stellen. Es ist schoen, und die Sonne schein wieder. Laufen, Sonne, Stille, frische Luft geniessen&#8230;. alles easy.<\/p>\n<p>&#8230;..<\/p>\n<p>Zielstrebig steuer ich ein Haus in Aghvani an, in das ich sofort eingeladen werde. Hier leben Ara mit seiner Frau Margo, Soja, die Mutter von Ara und der Sohn Vehat, 9. Kaffee, Suessigkeiten, Tee, ein funktionierender Computer, vor dem die ganze Zeit Vehat sitzt. Ara ist hochgewachsen und kraeftig. Er muss noch mal die Kuehe melken, kommt nach 2 Stunden wieder. Wie selbstverstaendlich bin ich nun Familienmitglied.<br \/>\nIch kann ein paar Minuten ins Internet und auf facebook lese ich einen Post, etwas das der Dalai Lama gesagt hat:<br \/>\nIn Etwa: <strong>Lass dich nicht von dem Verhalten Anderer aus deiner Ruhe bringen<br \/>\n<\/strong>Diese Message springt mich irgendwie an. Das soll das Motto meines Aufenthaltes hier sein.<br \/>\nDie zwei Geschwister von Ara und ein Freund tauchen alle nacheinander auf. Alles grosse, starke, voller Energie steckende Maenner um die 35-40. Sie haben eine gute Energie, gutes Benehmen, keine von denen ausser Ara hat nen Bauch und die sehen alle so aus, als koennten sie jederzeit noch eine schwere, gewichtige \u00a0Aufgabe mal eben so nebenbei bewaeltigen. Allerdings haben sie alle&#8230;. incl. der Grossmutter Soja, ein offensichtlich sehr lautes Organ. Nicht weil sie gerade sauer sind, einfach nur superlaut im kommunizieren. Ich lasse mich davon nicht aus der Ruhe bringen, obwohl ich da nicht so drauf stehe, geht auf der einen Seite rein, auf der anderen raus. Wie manchmal, wenn ich irgendwo zu Gast bin, wo&#8217;s muffelt, und ich den Geruch wahrnehme, aber fuer den Rest des Aufenthaltes ihn nicht mehr oder ganz wenig rieche, wie betaeubt. Ich wundere mich ueber meine Ohren, die heute auch irgendwie &#8218;betaeubt&#8216; zu sein schein. \u00a0Jeder der Maenner raucht, und offensichtlich hab ich da auch schon eine gewisse Tolleranz entwickelt, merke es manchmal gar nicht so richtig, vielleicht auch irgendwie betaeubt???<br \/>\nDas ist es wieder dieses Maennergehabe, jeder laut und wichtig, incl. der Grossmutter (nicht der Sohn und nicht die Ehefrau) Laut heisst irgendwie, ich bin anwesend, es ist schon sehr erstaunlich. Es wird gegessen und es geht aeussert Tumult zu beim Essen, keiner wartet, bis die anderen da sind, das kleine Schnapsglaeschen ist gefuellt worden und ich soll nun schliesslich trinken. Nachdem ich mich mindestens 5 mal kundgetan habe, dass ich keinen Alkohol trinke sehe ich nur die Moeglichkeit, aufzustehen, mich zu verbeugen, das Schnapsglas zu nehmen und auf die Kuechenzeile zu stellen. Nein, ich trinke keinen Alkohol. So gehts weiter mit dem Fleisch &#8211; esse ich wirklich nicht. Und hier und da spiele ich auch mal &#8218;laut&#8216; und sage es dann ganz laut, irgendwie finden die das gut &#8211; allerdings wird wieder und wieder das angeboten, was ich wirklich nicht will. Auch deute ich ich manchmal mit dem Finger auf meine Ohren und sage &#8217;shatlav&#8216;, was &#8217;sehr gut&#8216; heisst. Der Freund der Familie kapierts und uebersetzt&#8217;s. Es wird einfach was auf meinen Teller gefuellt und ich soll das Essen. Das ganze ist schon ziemlich grob, kann trotzdem die Schoenheit und die Seelen dieser Menschen sehen und ihrer wirklich im Kern gut gemeinten Absichten. Die Handlungen sind filmreif.<br \/>\nUnd: Ich hab das Gefuehl, ich werde hier getestet, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen&#8230; Das Universum, Gott&#8230;. haben hier eine nette Pruefung fuer mich serviert \ud83d\ude42<br \/>\nIch mache einen Papier &#8211; Friedensvogel, der gleich von einem der Brueder gegessen wird.<br \/>\nStoert mich auch nicht.<br \/>\nIch schaue schon auf die Uhr, es ist 20:30 Uhr, na noch eine Stunde, dann kann ich mich zurueckziehen, denke ich so bei mir.<br \/>\nDoch es kommt anders:<br \/>\nIm Haus von Ara soll ich wohl nicht bleiben. Die Brueder und der Freund der Familie deuten an, wir gehen jetzt in ein anderes Haus (und da gibt es dann noch mal was zu Essen, zu trinken)<br \/>\nUiuiuih &#8211; das ganze Programm nochmal. Einer der Brueder begleitet mich zu dem anderen Haus durch die Dunkelheit, etwas mulmig ist mir zumute &#8211; Ueberraschung, was fuer ein geraeumiges, energetisch geklaertes Haus sich da praesentiert. Es gibt 4 Betten, der Ofen wird angeschmissen, Tee serviert, die anderen kommen auch, es wird sich wieder superlautstart unterhalten. Eigentlich will ich jetzt schlafen. Der Bruder, mit dem roten Pullover, macht nicht alle Spiele der anderen mit und hat sich auf ein Bett gelegt, hat auch nicht ganz so viel getrunken. Fuehlt sich ein bisschen so an, als sei er der Beschuetzer, damit das ganze nicht total ausartet.<br \/>\nAuf der geschuetzten Veranda hat der schwankende Bruder, der mich zuerst zu diesem Haus gebracht hat, einen Gaskocher angestellt, 30 cm entfernt von einem Vorhang und ihn voll aufgedreht, die Flamme lodert mindestens 40cm hoch und ich eile schnell herbei, stelle den Gaskocher etwas weiter weg vom Flammenfutter. Ein riesiger Topf wird gefuellt, gestenreich wird das gefrorene Fleisch hineingeworfen. Nach dem Motto, wir habens, wir lassen uns nicht lumpen&#8230;. Nach einer Weile landet der Topf dann auf dem Gaskocher. \u00a0Ich bin mir nicht sicher, was das hier werden soll, ob es einen Brand gibt und die Huette abfackelt, ueberlege ob ich vielleicht gehen soll, aber durch die ganze Nacht laufen ist auch zuviel des Guten. Es ist 9 Uhr, da kann ich auch noch andere im Dorf fragen, denke ich so bei mir. Alles ist vollgeraucht. Wenn ich will, kann ich mich in eines der Betten legen. Nach einer Weile tue ich das auch, bewappnet mit Ohrenstoepseln, einem Schal fuer die Augen, gegen das grelle Licht, hoffe ich nun Ruhe zu finden. Die Geraeuschkulisse, das Reden ist aber weiter gewaltig, da helfen auch die Stoepsel nicht sooo wirklich &#8211; und ich mache mir Gedanken, wie ich fluechten koennte, falls der Gaskocher umfaellt. Das Fenster nahe meinem Bett hat ein Gitter von aussen. Ich bin irgendwie immer noch sozusagen ruhig, packe alle meine Dinge in den Rucksack damit ich ggf. schnell fliehen koennte. All die Maenner sind aber von innen her ganz nette Kerle, sehe da auch so einen Glanz in ihnen&#8230;..<br \/>\nIch kann nicht einschlafen und es wird ziemlich oberrauchig. Der Freund der Familie hat einen Schaschlikspiess mit Fleisch bestueckt in den Ofen gehalten und benuetzt diesen nun als Grill. Der Ganze Raum ist nun erfuellt mit Barbeque Qualm.<br \/>\nIch bin entschlossen, packe meine restlichen Sachen in den Rucksack, ziehe mich fuer das frierende Draussen an, es ist jetzt ungefaehr 22:30 Uhr, \u00a0hab zwar keine Lust durch die Nacht zu laufen&#8230;.<br \/>\nDie 3 wundern sich, wollen mich abhalten, aber ich lasse mich nicht, ich werde jetzt dieses Haus verlassen &#8211; und ein bisschen aus der Ruhe gebracht,\u00a0aber nicht doll, bin ich jetzt auch &#8211;<br \/>\nUnd &#8211; ich staune, nebenan gibt es auch noch einen Raum mit 3 gemachten Betten. Da darf ich jetzt rein. HIHIHI<br \/>\nIch will schlafen, kann aber nicht, bin aufgewuehlt und relativ wach<br \/>\nGegen Mitternacht kommen noch mal 2 gucken, machen das Licht an, und kommunizieren mit mir, als sei ich 200 Meter entfernt. Ich weise ihnen entschlossen den Weg. Die Tuer sollen sie zu machen. Fuers Feuer bin ich immer noch vorbereitetet, dieser Raum hat kein Gitter vor dem Fenster. Und ich liege wie ein V in einem dieser Betten, die ich hier in Armenien und Georgien soooo haeufig angetroffen habe. Es ist fast unmoeglich, bequem in ihnen zu schlafen, auf dem Ruecken liegend, haengt der Hintern fast auf dem Boden, auf der Seite liegen wird eine Seite voellig ueberdehnt, die andere ist total eingeknickt. Ausserdem sind die Decken fast etwas zu kurz&#8230;.<br \/>\nDas Gute, meisst haben diese Betten Auflagen, die wie Futons sind, und hier ist genug Platz&#8230; da arrangiere ich mir nach einer Weile alles auf dem Boden. Entspannung.<\/p>\n<p>Und ich mache mir Gedanken zu dieser Kraft der Maenner der Maenner ueberhaupt.<br \/>\nWohin damit, warum muss immer so ein starkes Party Miteinander produziert werden,<br \/>\nbei dem der Alkohol die Kraft vielleicht etwas reduziert und einen anderen Bereich einlaedt, das Kumpelhafte, das Herz, das Man(n) sich auch mal beruehren darf, aber lautstark muss es bleiben&#8230;..???!!!<br \/>\nUnd ich mache mir Gedanken zu den guten Energien in den Maennern, dieser Seelen<br \/>\nWarum koennen diese Seelen nicht scheinen, leuchten&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>Fuer mich sind leuchtende Maennerherzen im Christuslicht einfach unglaublich stark. Was wuede sein, wenn dieses Maenner ihr Licht, ihr Christuslicht, ihre ICH BIN Kraft einfach leuchten lassen koennten.<br \/>\nWow, wie koennten sie es aushalten, so zu leuchten&#8230;.<br \/>\nWie koennte ich ihnen helfen, es geschehen zu lassen&#8230;.<br \/>\nMit all diesen Gedanken und Vorstellungen schlafe ich langsam ein!!!<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, wie lange diese Jungs hier schlafen werden, doch bei Sonnenaufgang gegruessen wir uns. Will eigentlich gehen, doch es gibt noch ein Fruehstueck im Haus von Ara.<br \/>\nLautes Lachen entlaedt die Spannung &#8211; und ich kann voellig entspannt mitlachen &#8211; als sie der ganzen Familie berichten, was sich nachts abgespielt hat.<br \/>\nDas gekochte Fleisch dient als Morgenmahl, der Sud wird mit einem hauchduennen Brot vermischt, das ist dann sogar sowas wie ein Muesli &#8211; aber fuer &#8218;richtige Maenner&#8216;.<br \/>\nIch bringe es aber zustande, dass sich alle, obwohl teils schon angefangen, sich teils mit Widerwillen, an die Haende nehmen und fuer eine Minute meiner Segnung und meinem Dank zuhoeren, mit Gesten versteht sich, und somit vielleicht ein bisschen von ihrem Licht in diesen Sekunden scheinen lassen koennen.<\/p>\n<p>Ich gehe mal wieder fuer die Maenner!!!!!!!<br \/>\nIn Dankbarkeit fuer all ihre Werke und Arbeit!!!!!!!!!!<br \/>\nUnd in diesem Gefuehl, das sich das Licht, was in Ihnen\/uns leuchtet, auch ausdruecken kann.<br \/>\nWas waere wenn &#8218;die Maenner&#8216; ihr Licht leuchten lassen koennten, ihr Christus Licht, ihre ICH BIN Kraft, ihr wahres Sein.<br \/>\nWas fuer eine wunderbare Welt.<\/p>\n<p>HerzLicht<br \/>\nThomas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde, dies ist eine besondere Geschichte und den Maennern dieser Welt gewidmet!! In Tatev treffe ich auf Norro (wie Zorro), der ein Hostel gebaut hat. Tatsaechlich wusste ich dies bei der ersten Begegnung nicht. Die fand auf einem Parkplatz statt. 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