{"id":122,"date":"2008-12-01T21:48:00","date_gmt":"2008-12-01T21:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steppps.wordpress.com\/2008\/12\/01\/14-tage-nach-der-ruckkehr-nachklangzeit\/"},"modified":"2008-12-01T21:48:00","modified_gmt":"2008-12-01T21:48:00","slug":"14-tage-nach-der-ruckkehr-nachklangzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steppps.net\/steppps\/2008\/12\/01\/14-tage-nach-der-ruckkehr-nachklangzeit\/","title":{"rendered":"14 Tage nach der R\u00fcckkehr &#8211; Nachklangzeit"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freunde,<br \/>ich bin immer noch in Flensburg und gr\u00fc\u00dfe Euch ganz herzlich.<br \/><span style=\"font-weight:bold;\"><br \/>12 Tage hat es gedauert<\/span>, die Nachklangzeit. Hei\u00dft die Zeit, die es gebraucht hat, nachzuschwingen und damit auch die Zeit und das Erlebte und Geschehene nachzuerleben, nachklingen zu lassen, zu verarbeiten. In den ganzen 12 Tagen hatte ich es ein wenig schwer. Hei\u00dft, ich dachte ich sei nicht produktiv genug, so viele Dinge sind doch zu tun, zu erledigen und vor Allem habe ich mich doch vorzubereiten auf meine Zeit als Goldmann (eigentlich wollte ich nach M\u00fcnster auf die dortigen Weihnachtsm\u00e4rkte). Aber es ging nicht.<br \/>In den letzten Jahren bin ich immer recht besch\u00e4ftigt. Die Zeit zwischen den Schwerpunktthemen, z.B. zwischen Pilgern und jetzt Goldmann-Aktion nutze ich f\u00fcr B\u00fcroarbeiten, diverse Veranstaltungen etc. etc. (Teils treibt mich auch die Sorge oder die weltliche Notwendigkeit nach gen\u00fcgend Geld dazu)<br \/>Diesmal habe ich begriffen, da\u00df ich nicht gen\u00fcgend Zeit eingeplant habe f\u00fcr Nachklang. Es einfach nachschwingen zu lassen. Es f\u00e4llt mir einfach auch schwer, z.B. 12 Tage planm\u00e4\u00dfig z.B. einfach &#8222;Nichts&#8220; zu tun. So hatte sich mein K\u00f6rper-Seele-System ausgedacht, mich daran zu hindern, viel zu machen. Ich war z.B. teils schlecht gelaunt, Menschen in meiner N\u00e4he waren mir manchmal zu viel, irgendwie viel mir alles (produktive) Tun schwer. Ich habe es mir andererseits auch gut gehen lassen, gekocht &#8211; was ich unterwegs nur seltens kann &#8211; , geschlemmt, Filme geschaut und dabei teils auch \u00fcbertrieben. Auf jeden Fall habe ich mir nicht so richtig eingestanden, es auch zu genie\u00dfen, eine Auszeit, eine Nachklangzeit, zu haben.<br \/>Jeder Sportler macht nach einer l\u00e4ngeren Trainingsphase ein weiteres Training danach, der K\u00f6rper wird sonst damit nicht fertig. So \u00e4hnlich ging es mir dieses Jahr auch erstmals. Mein K\u00f6rper hat es mir regelrecht zugerufen, und dann habe ich damit angefangen, ab und zu mal wieder ein oder zwei Stunden einfach bewu\u00dft nachzupilgern. Sozusagen auszulaufen.   <br \/>Bis Samstag, da machte es dann pl\u00f6tzlich &#8222;klick&#8220; und ich sagte mir, wenn es schon so ist wie es ist, warum es dann nicht genie\u00dfen, anstatt immer Sorgen zu haben, da\u00df ich nicht gut genug bin und nicht mein Pensum erf\u00fclle. Ja, und seitdem geht es mir auch besser.<br \/>Das habe ich also jetzt gelernt und m\u00f6chte es versuchen, beim n\u00e4chsten Mal besser zu machen. Er ist einfach spannend, dieser Proze\u00df.<br \/>Als Goldmann fahre ich dieses Jahr nicht nach M\u00fcnster, sondern bleibe hier in Flensburg &#8211; und vielleicht setze ich sogar meine Engelsfl\u00fcgel auf.<br \/><span style=\"font-weight:bold;\">Meine Erfahrungen oder W\u00fcnsche, was das Pilgern bewirken soll<\/span>, werden \u00fcberarbeitet und erneuert. Dies ist weiterhin ein laufender Proze\u00df. Ich frage mich, mu\u00df ich einen \u00e4u\u00dferen Erfolg aufweisen. M\u00fcssen mich Menschen verstehen, was ich mit der Pilgerschaft bewirken m\u00f6chte? Mu\u00df ich es selbst verstehen? Auf jeden Fall stelle ich fest, es geht tiefer, es erreicht eine tiefere Ebene, ein Verstehen, das teils nicht mehr in Worte zu fassen ist oder in Worte gefa\u00dft werden will. Es ist gut, diese Ebene. Es geht so weit, da\u00df ich dar\u00fcber nachgedacht habe, ob ich weiterhin meine Eindr\u00fccke schildern soll oder ob dies unwichtig ist. <span style=\"font-weight:bold;\"><br \/>Die ganze Pilgerschaft ist dem Oberbegriff &#8222;Frieden&#8220; gewidmet. Auf allen Ebenen.<\/span> Doch frage ich mich, braucht es einen Begriff. Hindert nicht ein Begriff wie &#8222;Frieden&#8220; die Offenheit, f\u00fcr alles zu gehen, auch wenn der Begriff &#8222;Frieden&#8220; es einigerma\u00dfen trifft. Hindert nicht der Begriff, oder \u00fcberhaupt irgendein Begriff, es ganz dem G\u00f6ttlichen zu \u00fcberlassen, f\u00fcr was ich da durch Deutschland und unsere Nachbarl\u00e4nder gehe? Mu\u00df ich \u00fcberhaupt wissen, f\u00fcr was ich da gehe?<br \/><span style=\"font-weight:bold;\">Und ich mache mir Gedanken \u00fcber die strukturelle Forsetzung.<\/span> Ist es nicht sinnvoller, die n\u00e4chsten 2 Jahre die Strecke fortzusetzen, hei\u00dft entlang der Grenzen, diese kreuzend, das ganze Land zu umrunden und freundschaftliche Verwebungen mit unseren Nachbarstaaten zu kn\u00fcpfen&#8230;.. Dann k\u00f6nnte ich mich abschlie\u00dfend dazu um das Projekt Buch k\u00fcmmern und in 2011 die zus\u00e4tzlichen Wegen gehen, die noch gegangen werden wollen. Speziell w\u00fcrde die zus\u00e4tzliche Polenpilgerung auch auf 2011 verschoben. In gewisser Weise macht dies einen Sinn. Noch im Proze\u00df! Smile<br \/><span style=\"font-weight:bold;\">Widmung!<\/span> Diese Pilgerschaft, diese Wanderung, dieses achtsame Gehen widme ich Deutschland und all seinen Nachbarstaaten und der Welt. Dieses Projekt widme ich den Menschen, die in der Gegend wohnen, durch die ich gehe. Dieses Projekt widme ich allen Menschen in diesen L\u00e4ndern und auf dieser wunderbaren Erde.<br \/>Erst vor ein paar Tagen, als ich das erste mal dachte, ich sollte dieses &#8222;widmen&#8220; auch so benennen, kam es mir etwas komisch vor, es auch den Deutschen, Deutschland zu widmen. Ich kann immer gerne etwas f\u00fcr Andere tun, ich liebe es, doch diesem deutschen Land eine Pilgerschaft zu widmen, l\u00f6ste ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl aus. Ein Gef\u00fchl was verbunden war mit Hemmung, uns Deutschen so etwas Tolles zu g\u00f6nnen. Da war so ein Rest von alter Energie, die ich von der Zeit noch so gut kenne, als ich so viele Gef\u00fchle \u00fcber die deutsche Schuld hatte, diese Kraft der Schuld, die \u00fcber diesem Land und seiner Vergangenheit lag, es so deutlich sp\u00fcren konnte in mir. Mein ganzes Leben lang hab ich unter dieser alten Schuldlast gelitten, weil ich sie als Schwere wahrgenommen habe, die wir Deutschen mit uns rumtragen, als Volk. Seit etwa 4, 5 Jahren hat sich das mehr und mehr gel\u00f6st. Trotzdem tauchte da noch mal diese Erinnerung auf. Ich kann es jetzt so nennen und freue mich riesig dar\u00fcber: Ich widme diese Pilgerschaft jedem Einzelnen und dem gesamten Volk in diesem wundervollen, wundersch\u00f6nen Land mit so vielen wundervollen Menschen, mit so einer wundervollen, wundersch\u00f6nen Natur und und und. Und ich widme es jedem einzelnen Land und seinen V\u00f6lkern, durch das ich gehe und den Menschen in diesen L\u00e4ndern, D\u00e4nemark und den D\u00e4nen, Polen und den Polen, Tschechien und den Tschechen, der Niederlande und den Niederl\u00e4ndern, Belgien und den Belgiern, Luxemburg und den Luxenburgern, Frankreich und den Franzosen, der Schweiz und den Schweizern, und \u00d6stereich und den \u00d6stereichern. <br \/>Herzvolle Gr\u00fc\u00dfe<br \/>Thomas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde,ich bin immer noch in Flensburg und gr\u00fc\u00dfe Euch ganz herzlich.12 Tage hat es gedauert, die Nachklangzeit. Hei\u00dft die Zeit, die es gebraucht hat, nachzuschwingen und damit auch die Zeit und das Erlebte und Geschehene nachzuerleben, nachklingen zu lassen, zu verarbeiten. In den ganzen 12 Tagen hatte ich es ein wenig schwer. 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